Dienstag, 5.Februar 2008
(Steuervermeidungsstrategie die 4.)
Weil ich mein Steuerdebakel noch ein bisschen aufschieben wollte, habe ich Sonntag vor lauter Verzweiflung schon “Hausfrauenstreik” geguckt. Das fand ich aber letztlich so fürchterlich, dass ich es abgeschaltet habe. Doch die Kenny-Loggins-Musik, die dabei lief, ließ Erinnerungen wach werden. Nein, nicht an Sidney.
Erinnerungen an Mainz Mitte der 80er-Jahre.
Wir waren zu der Zeit recht häufig dort übers Wochenende (natürlich nie über Karneval!). Wir, die 2 bis 5-köpfige Warsteiner Delegation, besuchten unsere zwei urigen Urlaubsbekanntschaften Franz und Jürgen, mit denen wir uns bereits auf einem Campingplatz in Südfrankreich zusammengerottet hatten. Sicher, man fährt gut 3 Stunden von hier bis Mainz, aber es lohnte sich.
Jürgen arbeitete im “Lindenbaum”, und genau da lief öfters das Lied aus “Hausfrauenstreik”, und vor meinem geistigen Auge tauchte der “Lindenbaum” auf. Eine Kneipe, in der man im Thekenraum über ein Treppchen runter in ein großes Kellergewölbe kam. Ganz am Ende war eine Tanzfläche. Es war dort so gemütlich!
Irgendwann nachts hatte er Feierabend und wir gingen noch woandershin. “Schachtel” hieß das meist. Manchmal waren wir noch in einer Diskothek. “Terminus”. Aber da musste irgendwer fahren. In die “Schachtel” kam man zu Fuß. Später landeten wir entweder bei Franz oder bei Jürgen und da ging’s bis weit in den Morgen. Es kam die Literflasche Klosterfrau Melissengeist auf den Tisch und mehrere Karaffen mit warmem Wasser. Tags drauf behalfen wir uns mit großen Sonnenbrillen draußen im “Quartier Mayence”.
Es war immer absolut lustig und nicht selten hatte ich vor Lachen Muskelkater.
Und Musik hatten die da! Ein Paradies.
Dass mir die Kneipennamen jetzt alle einfallen, wundert mich ein wenig. Ich würde wer weiß was dafür geben, wenn mir auch einfallen würde, wo z.B. meine mühsam ausgedruckten Telefonrechnungen von 2006 sind! Keine Buchung ohne Beleg, sagt mein Steuerberater. Ja, ich weiß, ich suche.
Mal sehen, was mir mein Gehirn als nächstes an ablenkender Realitätsflucht präsentiert. Vielleicht das Verlangen, “Deutschland sucht den Superstar” zu gucken?













5. Februar 2008 um 09:50
“(Steuervermeidungsstrategie die 4.)”
Die 4. erst. Dann gehts ja noch. Hat alles noch Zeit. Ich neige übrigens auch zu dieser Strategie und finde, daß sie sehr effektiv ist. Unter Massiv-Druck arbeitet man einfach am effektivsten. Und das schöne Gefühl, wenn der Druck dann abfällt, ist doch mit rein gar nichts zu ersetzen
…das werden Leute, die ihre Steuererklärung “einfach so” machen, nieeeeeee haben. Denen entgeht echt was. Und weil das so schön ist, schiebe ich jetzt das Ausfüllen eines superwichtigen Formulars, welches ich Donnerstag 13 Uhr abgeben muss, auf Donnerstag 12 Uhr auf. JETZT würde ich 2 Stunden damit vertrödeln, am Donnerstag schaffe ich das locker in 15 Minuten…ich spare also satte 105 Minuten, die ich anderweitig nutzen kann. Sehr effektiv
LG, Anne
5. Februar 2008 um 22:36
Die Strategie nutze ich auch oft. Wenn das Gewissen nicht immer nur so schlecht dabei wäre.