(Ist recht lang, daher können Sie es hier extra anzeigen lassen, wenn Sie es lesen möchten.)
Über das Buch
Die Zukunft liegt vor dir.
Aber du kannst für eine Vorhersage bezahlen.
Als sich ihr versprochener Ruhm nicht einstellt, findet die sich bemühende Schauspielerin Sarah Lassez Trost in Wahrsagern, die ihr das Auftauchen des Traummannes vorhersagen.
Sie ist sicher, dass sie ihn in Wilhelm, einem freundlichen stellvertretenden Hoteldirektor aus Deutschland, gefunden hat. Aber das Chaos geht los, als sie die Worte der Kartenleger wichtiger nimmt als die Worte ihres aktuellen Freundes und ist davon überzeugt, er habe vor, ihr einen Heiratsantrag zu machen, wo er jedoch in Wirklichkeit plant, das Land zu verlassen… ohne sie.
Sarahs Welt löste sich auf in einem Nebel von Kreditkartenschulden, Einsamkeit, einer steigenden Sucht nach Wahrsagern, die ihre Finanzen, ihre Beziehungen und ihre Gesundheit zu zerstören drohen. Sie weiß, sie braucht Hilfe. Aber diese zu bekommen würde bedeuten, sich mit der Tatsache zu konfrontieren, dass das Leben nicht kontrollierbar oder vorraussagbar ist, und obowhl das Zurechtkommen mit der Realität nicht immer leicht ist, kostet es wenigstens keine $ 4,99 pro Minute.
“Psychic Junkie” ist eine wahre Geschichte eines Lebens und einer Liebe in Los Angeles, erzählt von einer liebenswerten Protagonistin, deren Suche nach Antworten mit jedem in Resonanz geht, der je versucht hat, sich auf Karriere, Beziehungen und Erwachsensein einen Reim zu machen.
Prolog
For Entertainment Purposes Only – Nur zur Unterhaltung
Mir wurde gerade erzählt, meine Beziehung sei Sellerie.
Seit 2 Wochen habe ich mich in meinem Zimmer versteckt, das aussieht, als habe es eine Razzia eines sehr respektlosen FBI-Teams über sich ergehen lassen. Ich bin total pleite, arbeitslos, selten geduscht. Und jetzt gehe ich mit einem Gemüse aus. Oder ging mit einem Gemüse aus. Oder bin ein Gemüse? — Als ich begreife, ich bezahle für Schweigen. Das Wort “Sellerie” hat mich aus der Fassung gebracht. In der Vergangenheit haben Wahrsager für Wilhelm eine Menge Bezeichnungen genannt (meine Favorit in dieser Sache war, er sei ein Nilpferd; ein nur trügerisch ruhiger Pflanzenfresser, bei dem es klüger war ihn zu fürchten), und ich hab mich immer schnell davon erholt. Aber Sellerie? Sellerie nimmt sich den Mann, den ich liebe, schmerzende grüne Augen und hohe deutsche Wangenknochen und ersetzt ihn durch etwas, das, halten wir uns das vor Augen, geschmacklos ist, bevor man es nicht in Ranchmarinade getunkt hat.
Ich drücke das Telefon enger an mein Ohr. Ich muss etwas sagen. “Sellerie?” sage ich. Großartig, Sarah. Tolle Antwort. Die war die lange teuere Pause wirklich wert.
“Ja. Sellerie.” Die Wahrsagerin hört sich ärgerlich an, so als sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass es eine reelle Chance gibt, dass seine Beziehung Sellerie ist. Offensichtlich bin ich ein Stänkerer. “Sellerie, der entzwei gebrochen wurde. Kennst du diese faserigen Dinger am Ende? Das ist das, was euch zusammenhält. Diese faserigen Dinger. Ihr seid also nicht komplett getrennt, weil die zwei Teile, du und er, werden zusammengehalten von diesen faserigen Dingern, die hauptsächlich…”
“Ja, okay.” sage ich, ihren Monolog über die Bearbeitung und philosophischen Verwicklungen von Sellerie unterbrechend. “Ich hab’s kapiert. Also, siehst du uns wieder zusammen?”
Sie macht einen langen, tiefen, strafenden Atemzug. Ich mache keinen Witz, dass er mich bestraft — bei $ 7,99 die Minute glaube ich, ich habe ihr gerade $ 1,50 fürs Einatmen und Ausatmen bezahlt.
“Ja” sagt sie endlich. “Tue ich. Aber es dauert eine Weile. Er ist im Moment eine Schildkröte. Er beweg sich seeeehr laaaaangsaaaaam. Stell dir eine Schildkröte vor–”
Toll. Ich kann mir keine Lebensmittel leisten, aber ich habe gerade eine gemeine Wahrsagerin dafür bezahlt, dass sie mir erzählt meine Beziehung ist Sellerie und der Mann, den ich liebe, ist eine Schildkröte. Ich lege auf. Wenigstens kommen Wilhelm und ich wieder zusammen. Auf zum Nächsten. Wahlwiederholung.
“Willkommen im Wahrsagertempel. Bitte bleiben Sie darn, während wir Sie mit Ihrem Berater verbinden.”
“Hallo, hier ist Glenda.”
Nun, Glenda hat eine von diesen heißblütigen Stimmen, die sich gut geschmiert mit Weinbrand und gut gerüstet für eine Zigarette anhören, als wenn sie ihre Nachmittage träge zurückgelehnt in elfenbeinfarbener Seide verbringt, das Handgelenk einfach so abgewinkelt, exotische Augen, die ihr einen Eindruck ewiger Langeweile verleihen, der Männer dazu veranlasst zu stolpern und zu stottern. So hört sie sich an, wenn ich Geld drauf wetten sollte, würde ich jedoch sagen, sie trägt in Wirklichkeit Jogginghose, stopft ihr Gesicht mit Bonbons aus und hat grad ihr Video-Poker Spiel auf Pause gestellt. Ich überkreuze meine Finger. Mach mich glücklich, Glenda.
“hallohieristSarahundichmöchtewissenwasmitWilhelmpassierenwird.”
Wenn du diese Worte ausbreitest, vielleicht etwas langsamer während des Sprechens, so dass jedes für sich ist (so wie – rein technisch – Worte sein sollten), würden sie so aussehen: “Hallo hier ist Sarah und ich möchte wissen was mit Wilhelm passieren wird.” Es gab mal eine Zeit, da sahen sie tasächlich so aus, aber als meine Wahrsagersucht fortschritt (und meine Kreditkartenschulden stiegen), entwickelte ich ein Problem damit, dafür zu bezahlen, meine eigene Stimme zu hören. Und diese Worte gewannen an Drehzahl, um schlussendlich ihren ständigen Aufenthalt an meiner Zungenspitze einzunehmen, ein eng zusemmangebundener Haufen, bereit, jedem entegegengeschleudert zu werden, der sich in Hörweite begab.
Mein Mund ist so trainiert, diese Worte auszusprechen, dass ich eigentlich kurz davor bin, mich am Telefon bereits so zu melden. “Hallo?” ist üblich und wird erwartet, aber sich mit “hallohieristSarahundichmöchtewissenwasmitWilhelmpassierenwird.” zu melden, wäre für mich passender und würde mir viel eher dem entsprechen, was ich im Kopf habe.
Traurigerweise würde keiner, der mich gut genug kennt mich anzurufen, davon überrascht sein.
“Ah, Wilhelm” sagt Glenda, als wäre er ein neuer Gespiele, der geradewegs in ihr Boudoir gestolpert käme. “Wilhelm. Willlllhelmmmm…”
Ich höre das Mischen der Tarotkarten, das allzu vertraute sich wiederholende Flattern, das Flattern das mich in meinem Schlaf verfolgt so wie die klirrenden Glocken der Spielautomaten jene mit zuviel Sauerstoff angereicherten leertaschigen Seelen verfolgen, die zu viel Zeit in Vegas verbracht haben. Ich höre einen Rasenmäher, der nebenan gestartet wird, und für eine Sekunde werde ich daran erinnert, dass draußen eine komplette Welt existiert, zu der ich in keinster Weise gehöre. Offensichtlich haben die Leute noch Rasen. Das regt mich auf. Wie können sich Leute um Gras kümmern, wenn Wilhelm mich nicht anruft? Wie kann Gras überhaupt existieren, wenn Wilhelm mich nicht liebt?
Glenda fängt an zu tsk-tsken, als würde sie sich gar nicht um die Karten kümmern, die sie sieht, obwohl in Wahrheit würde ich wetten, sie guckt grad hinter sich auf ihr Video-Poker Spiel und nimmt grad zur Kenntnis, dass sie nur ein Pik von einem Flush entfernt war.
Zwischenzeitlich werfe ich zufällig einen flüchtigen Blick auf den unbändigen Stapel Briefumschläge auf dem Nachttisch, jeder mit einem Plastik-Adressfenster (Guck weg! Das sind Rechnungen!), und mein Herz schlägt schneller.
Abhängig davon was Glenda über Wilhelm sagt, werde ich sie zu fragen haben, ob ich bald reich sein werde. Natürlich, ich hatte seit Wochen kein Vorsprechen … aber dann auch wieder, ich habe nie herausgefunden, was mit dem letzten Vorsprechen war, so dass die Möglichkeit besteht, dass sie noch keinen ausgesucht haben und sie immer noch mich nehmen können. Ich sollte auflegen und meine Agentin anrufen. Ich beäuge das Telefon. Ich will wirklich nicht mit meiner Agentin sprechen. Sie ist immer so in Eile und verärgert, als ob sie irgendwie ständig gerade in ein Flugzeug einsteigen würde, und oft frage ich mich, ob es deshalb ist, weil sie keine Ahnung hat, wer ich bin.
Davon ab, es kommt mir nicht so vor, als würde sie wirklich wissen, was die Produzenten denken. Viel besser, ich frage einfach Glenda wie das Vorsprechen lief.
“Ich spüre eine Distanz” sagt Glenda endlich. “Emotional, körperlich oder seelisch. Aber ich sehe auch plötzliche Kommunikation. Die Dinge werden voller Hoffnung sein! Es tut ihm sehr leid, was er getan hat, und ihr werdet euch in drei bis zehn Tagen wieder in den Armen liegen.”
Ich schob die sich bauschenden Kleenex von meinem Laptop, um ihren Namen dem Dokument “Wahrsager, die ich mag und warum” hinzuzufügen, während sie fortfährt.
“Aber dann fängt der Kreislauf wieder von vorne an und dieses Mal ist der Bruch endgültig. Liebling, er ist nicht derjenige welcher für dich. Und ich –”
Ich legte auf ohne auf Wiederhören zu sagen, genauso wie sie das im Fernsehen machen. Das hatte mich immer genervt. Ich meine, wieviel extra Anstrengung ist nötig, “auf Wiederhören” zu sagen? Aber sie tun es nicht. Sie halten den Hörer in ihren Fäusten mit schimmernden Nägeln und ohne Vorwarnung legen sie ihn auf die Gabel, um weiter nachdenklich das Nichts anzustarren.
Ich wollte immer schreien “sagt auf Wiederhören”. Aber jetzt verstehe ich.
An irgendeinem Punkt in der TV-Geschichte war ein Redakteur, der begriffen hat, dass die zwei Sekunden die es dauert, das Wort zu sagen, kostspielig waren und “auf Wiederhören” wurde für immer verbannt. Ich verstehe, weil ich selber jetzt die Kosten von “auf Wiederhören” kenne.
Wer ist der Nächste? Ich durchsuche die Webseite, studiere die Fotos der Wahrsagerinnen, versuche eine zu finden, die nett und aufrichtig aussieht. Ich wette, die meisten dieser Wahrsagerinnen sind hart, das ist das Problem. Mit Wilhelm und mir das ist nicht zuende. Ich muss nur jemanden finden, der an die wahre Liebe glaubt, das ist alles. Meine Augen überfliegen das Ende der Seite, und ich sehe es: den Haftungsausschluss. Ich habe dies noch nie vorher zur Kenntnis genommen. Ich lese mich durch ein Gewirr von sich juristisch anhörenden Wörtern, die mit der Verkündung enden, dass diese Beratungen “nur zur Unterhaltung sind”. Ich lese den Satz noch einmal. Ich fange an zu lachen.
Diese, dieser dumme Haftungsausschluss, ist das einzige, was ich auf dieser Seite unterhaltsam finde. Alles andere ist bloß grausam, und erschafft quälendes Leid ähnlich — so würde ich es mir vorstellen – dem eines zuckergierigen Diabetikers, der in einer Schokoladenfabrik eingeschlossen ist. Sie müssen verwirrt gewesen sein, als sie ihre Worte gewählt haben. Vielleicht was sie wirklich sagen wollten mit der Mitteilung, dass ihre Seite nur für Unterhaltungszwecke ist, war dies: “Du, wie zahllose andere, wirst diese Beratungen nicht leicht nehmen. Du wirst diese Seite als Werkzeug benutzen, dein Leben zu zerstören und du wirst dabei keinen Spaß haben. Was du gerade anfängst wird dich in unermessliche Schulden führen, lähmende Selbstzweifel, und in eine Sucht, die jeden deiner Gedanken behrrschen wird. Dies wird überhaupt nicht unterhaltsam sein. Wenigstens nicht für dich, wird es das sein. Für andere wird es hysterisch sein. Deine dumme kleine Existenz dient nun nur zu Unterhaltungszwecken. Viele Glück, und vergiss nicht, Feedback zu geben.”
Wenn nur Leute kämen mit Haftungsausschlüssen. Meiner wäre geschrieben in zierlichen lanvendelfarbeigen Laufschrift, die wie in einem einem Film unter meinem Pony hervor ans Tageslicht kommt: “Sarah ist ein wunderbarer Mensch, der zu immenser Liebe und Sorge fähig ist — ebenso wie zu psychotischem und wahnhaften Verhalten. Sei gewarnt, falls du sie nicht innerhalb eines Jahres einen Ehering ausstattest, wird die wahre Sarah hervorbrechen durch ihre Hochzeit-ist-nicht-so-wichtig-Fassade und du wirst dich selbst verängstigt in Juwelierläden wiederfinden. Sei vorsichtig.” Und natürlich würde Wilhelms Haftungsausschuss seine Schwierigkeiten mit der englischen Sprache reflektieren: “Denkt, mit einer 30jährigen Frau zu vereinbaren ‘ich habe vor dich zu heiraten’ ist nur harmlose Konversation, die nicht ernstgenommen werden kann. Übernimmt letztendlich keine Veranwortung für seine Worte, kann hin und wieder zu Gedächtnisverlust neigen und glaubt, wenn er sagt: ‘ich meinte das Hochzeitsding damals so’ ist akzeptabel und würde niemals bei besagter 30-jährigen eine spontane Verbrennung hervorrufen.”
Natürlich hört keiner auf die Warnungen. Besonders ich nicht, und besonders nicht auf welche vor Wahrsagern. Letzten Ende habe ich durch die Anrufe bei Wahrsagern viel zu viele Schulden angehäuft, habe unzählbare Entscheidungen aufgrund ihrer Beratungen getroffen, und nun wird mir erzählt, dies ist nur zum Spaß? Machen die Witze? Auf zum nächsten.
“Willkommen im Wahrsagertempel. Bitte bleiben Sie darn, während wir Sie mit Ihrem Berater verbinden.”
“Hi, du hast Andre.”
Ich hab Andre? Ist das heilbar? Nein, Sarah, mach dich nicht über deinen Wahrsager lustig, sprich einfach.
“hallohieristSarahundichmöchtewissenwasmitWilhelmpassierenwird.”
“Da ist eine Schwingung zwischen euch beiden.” sagt er, springt gleich mitten rein ohne eine Pause, so als hätte er sowieso gerade über unsere Beziehung nachgedacht bevor ich angerufen habe und wäre ganz verrückt danach gewesen, jemandem seine Theorien darüber erzählen zu können. “Ich sehe zitternde Strömungen in rot und violett, diese Farben zwischen euch, die das Herz klopfen lassen.”
Fabelhaft. Andres Stimme ist leicht und luftig so als wäre sein ganzer Körper mit glücklichem Helium gefüllt und würde sich mehr als alles andere danach sehnen, wegzufliegen, einfach wegzufliegen, sich den Möwen und Sternen anzuschließen und es sich in einer Wolke gemütlich zu machen.
Ich hasse solche Leute — sie können stundenlang reden und du weißt immer noch nicht, was sie dir sagen wollen. Dieser Anruf hat sich erledigt. Ich habe einen “bad-Wahrsager-day”.
“Du musst dich von ihm lösen” fährt er fort. “Dich auf ihn zu verlassen ist schmerzhaft. Erlange deine Kraft zurück! Du musst mehr wie er werden, damit du mehr wie du sein kannst.”
Oh, um Gottes Willen, kann mir nicht einer einfach eine Antwort geben? Ich kann mir das nicht leisten! Mit so viel Würde wie ein Mädchen aufbringen kann, das dasselbe 1980er “B.U.M. Equipment” Sweatshirt seit zwei Wochen trägt, kreischte ich:”Aber kommen wir wieder zusammen? Liebt er mich?”
Das bringt Andre nicht aus der Fassung. Ich kann nur anfangen mir vorzustellen, was die Leute ihm schon alles entgegengeschrien haben und jetzt, ganz der Professionelle, der er ist, bleibt er ruhig. “Ja, er liebt dich. Hab Geduld. Du solltest darauf vertrauen, dass ihr wieder zusammen seid, weil ich es sehr klar sehe.”
Andre ist der Mann! Ich liebe Andre! Jetzt werde ich ihm die große Frage stellen. Die große Frage wird nur immer gestellt, wenn ich mich sicher fühle, dass die Antwort “ja” sein wird. “Werden wir heiraten?”
Er setzt keinen Herzschlag aus. “Der Antrag ist im August, Hochzeit in anderthalb bis zwei Jahren. Ich sehe Pfingstrosen in deinem Brautstrauß. Einfach reizend.”
Mein Herz fliegt hoch, mein Gesicht verzieht sich zu einem Grinsen, das Kindern das Fürchten lehren würde und Tiere sich bedroht fühlen würden. In Moment glaubt Wilhelm, mit uns ist Schluß und denkt, er könne weiterziehen, aber offensichtlich nur, weil er noch nicht begriffen hat, dass wir heiraten werden.
Piep. “Nur noch eine Minute.”
“Siehst du noch mehr?”
“Veränderungen werden für euch beide sehr positiv. Euere Beziehung wird einen anderen Weg nehmen als jetzt. Aber ich fühle seine Angst vor Nähe. Bu musst geduldig sein. Hat er grüne Augen?”
Mein Atem setzt aus. “Ja.” Wunderschöne grüne Augen. Grüne Augen wie Glücksklee, wie eine geheime tropische Lagune, wie Gras nach einem Regen, wie .. Sellerie?
“Ich sehe, wie er auf dich zukommt. Er hält ein —”
Piep!
Nein! “Hält was, hält was!”
“Hält—”
“Hallo. Entschuldigung, dass ich Ihr Gespräch unterbreche. Um die Unterhaltung zu einem Preis von $ 4,99 pro Minute fortzusetzen, müssen Sie Ihr Konto aufladen. Um 29 Dollar hinzuzufügen, drücken Sie die Eins. Um 59 Dollar hinzuzufügen, drücken Sie die Zwei. Um einen Dollarbetrag Ihrer Wahl hinzuzufügen, drücken Sie die Drei. Um diesen Anruf zu beenden, drücken sie die Vier.”
Nein! Nicht den Anruf beenden! Ich drücke die Drei. Ich werde 30 Dollar eingeben! Hier, nimm es! Schwebe wieder zu mir, Andre! Ruh dich nicht auf einer Wolke aus! Komm zurück!
“Vergessen Sie nicht am Ende des Gesprächs ein Feedback zu hinterlassen.”
Natürlich! Ich liebe Andre — schieb ihn zurück auf die Line!
“Es tut mir leid, aber Ihre Kredikarte wurde zurückgewiesen. Warten Sie bitte auf einen Operator.”
Copyright der Originalversion ©2006 by Sarah Lassez
17. März 2008 um 19:36
Danke fürs einstellen und übersetzen, Lilith!
Das ist wirklich harter Toback und ich kann ihr Handeln gut nachvollziehen. Habe in Phasen von Liebeskummer auch einige merkwürdigen Verhaltensweisen an den Tag gelegt. Nur gut, d. ich solche Lines damals nicht kannte.
Habe mich heute übrigens dazu entschlossen, die Kartenlegerei NICHT als Beruf auzuüben, worüber ich eine zeitlang nachdachte.Man konnte ja bei dir und auch in den Weiten des www so einiges über die Schattenseiten dieses Berufes erfahren.
Da ich bereits zwei Hobby’s dadurch verloren habe, d. ich sie als Beruf ausübte, möchte ich mir dieses nun unbeschwert erhalten.
Es grüßt dich aus dem Spreewaldgurkenland,
die Sylke
18. März 2008 um 08:24
Guten Morgen..
ja, das ist vielleicht ein Problem (über das Du mich schon einmal aufmerksam gemacht hast…)
Die Menschen rufen an, schreiben, um das zu bekommen, was ihnen lieb wäre.
Das US – Beispiel ist aber, gerade was die Minutenpreise angeht, nicht ganz auf uns zu übertragen.
Die Amis gehen anders mit ihrem Geld um. Ich denke auch, auf Grund der dort herrschnden “Garantieansprüche” werden die Esoteriker GEZWUNGEN, den Leuten nach dem Mund zu reden. Stell Dir vor, Du machst dort für jemanden eine Beratung und in Augen des Fragers ist alles anders gekommen, als Du es “vorausgesagt” hast…
Ich habe letztes Jahr in Sedona, der Hochburg für Esoteriker, Kartenleger und Künstler Urlaub gemacht. Da gab es auf kleinstem Raum unzählige “Beratungsstellen” und sobald Du an einem Fenster stehen bleibst, wirst Du freundlich in Deiner Landessprache auf einen Tee etc. eingeladen…
Als wir daran vorbei waren, hat uns ein Anwalt seine Karte in die Hand gedrückt und gesagt, dass wir uns an ihn wenden können, wenn wir das Gefühl haben, dass diese Leute uns belügen etc… Im nächsten Atemzug ist er selbst in einen Laden rein gegangen und hat sich freundlich mit der in Lappen gehüllten Frau unterhalten…
Ich denke, hier bei uns geht das ein bisschen anders ab. Bei uns ist es die bekannte Abzocke bestimmter Unternehmen. Nur die wenigsten machen sich, so wie Du, Gedanken darüber, ob sie einem schaden oder nicht… Und wie Du selbst schon einmal sagtest: wenn Du sie nicht bedienst, laufen sie zum nächsten. Wahrscheinlich stimmt das auch. Die eine Dame aus meinem Forum ist jetzt im österreichischen Gefilden gelandet und zieht da ihre Tour ab…
Viele Grüsse
Luiza
18. März 2008 um 08:30
Erinnert mich etwas an Amsterdam früher…
Ich sehe da sowieso sehr viele Parallelen, aber das wird mal ein anderes Thema.
18. März 2008 um 10:22
Du hast recht:-)
18. März 2008 um 11:58
Danke Dir für die Übersetzung. Sie beschäftigt mich sehr.
Auch ich arbeite bei einem großen Portal, sozusagen als “spirituelle Prostituierte”. Gerade wenn Billigaktionen laufen, erinnert das sehr an sog. “Pfennighurerei”. Und so langsam finde ich meinen Weg dort. Und es gibt viele, denen ich helfen konnte, neue Perspektiven aufzeigen, durch eine fürchterliche Nacht hindurchbegleiten konnte.
Erst gestern wieder sagte ich zu einer Anruferin, spürbar an der Grenze zur Heilersucht: “Du kommst nicht umhin, Dein Leben selbst zu leben.”
Wir lachten, sie bedankte sich.
Wieweit es reicht, weiß ich nicht.
Bin allerdings auch keine Kartenlegerin, vielleicht habe ich deswegen mehr Freiheit? Und ich habe Grundausbildungen als Therapeutin.
Es muß auch Menschen in den Portalen geben, die daraufhinweisen, dass niemand das Selberleben und vor allem Selber-Entscheiden ersetzen kann … klar, es gibt auch schonmal 1 Stern, es gibt Menschen, die wollen das einfach nicht hören. Ihre Entscheidung. Ich nehme Alkoholikern auch nicht ihr Bier weg, sondern gehe.
Was ich tun kann, ist, nicht nach Sternen zu schielen. Dafür kann ich in den Spiegel schauen.
So long
Sabine
18. März 2008 um 20:24
Ach Mensch. Ich bin jetzt total und absolut destruktiv. Hatte so viel zum Thema geschrieben und habs jetzt in die hintersten Ecken der Festplatte verbannt. Jedes einzelne Byte.
Warum? Das Thema interessiert mich, es betrifft mich. Und ich habe nun nur den fatalen Fehler gemacht, Astro-TV zur falschen Zeit einzuschalten. Zwischen 18 und 19 Uhr hat sich dort in der allabendlichen “Dauerwerbesendung” wieder mal DAS Highlight an Kompetenz, DER schwarzhaarige 48-Jährige 5-Sterne-Kracher von Questico präsentiert, um seinen Schund zu verkaufen. Nein, ich bin nicht deprimiert, weil sie so falsche und kalte Augen hat, daß die mich in direktem Kontakt mit ihr veranlassen würden, ihr NIEMALS den Rücken zu zudrehen, nachdem ich ihr die (meine) Meinung gegeigt hätte oder weil die EINE Stunde kompletten MÜLL erzählt hat. Ach was. War UNTERHALTSAMER Müll, der NULL Anforderungen an meinen IQ stellt. Ist okay um diese Zeit. Sie hat grade ein neues Chakra “gechannelt” ( die vorhandenen reichen vermutlich nicht) und gleich ne CD dazu verfaßt. Klar, wat mut, dat mut, gell. Und ein paar billige Halbedelsteinchen auf nem Gummiband gönn ich glatt Jedem zum Verticken. Sie ist ja eh Jesus in weiblicher Form. Oder so. Da darf man das.
Mich schocken die Leute zutiefst, die da anrufen und ins Studio durchgestellt werden und vor allem ihre FRAGEN. “Ist es normal, wenn ich bei Ihrer CD einschlafe? Ich mache mir Vorwürfe, weil ich noch nie eine bis zum Ende gehört habe!” Ich möchte meinen Kopf an die Wand schlagen. Warum sind die nicht DANKBAR, DASS sie einschlafen, um diesem unsäglichen Dialekt und der unangenehmen Stimme, die auf Deutsch gesagt Komplett-Schwachsinn von sich gibt, zu entgehen? Warum sind sie nicht dankbar, daß der Engel des Schlafes ihnen freundlicherweise gestattet, nur die einschläfernd-monotone Musik wahrzunehmen, bis sie endlich pennen? Warum LOBEN die diesen nichtssagenden Scheiss auch noch in den höchsten Tönen?
Ich wollte lilith sagen, daß sie nicht beschämt sein muss aufgrund des Lesens des Prologes dieses Buches. Ich habs begründet und ich habs sehr, sehr privat begründet. Manche Leute schreiben Bücher über ihre Erfahrungen (siehe Buch-Prolog), manche archivieren sie nur für sich alleine. Mir haben schon Viele gesagt: schreib ein Buch. Ich habs gelassen, ich fand das nicht wichtig. Ist wahrscheinlich besser. Der Menschheit ist nicht mehr zu helfen.( Ich hoffe wirklich SEHR, daß ich das morgen wieder positiver sehe) Dieses Wunder an Inkompetenz ist ein 5-Sterne-Berater. Nicht auszudenken, was einem da mit nem 1-Sterne-Berater passiert. Das Fiasko? Wenn man eh schon im Fisako lebt ( oder warum zum Geier ruft man da an?) Gibts ne Potenzierung von Fiasko? Müssen Kartenleger mit differenzierter Meinung ( “ich mache Unterhaltung”) beschämt sein? Oh Gott, mir fallen grade die in mehreren Farben entwurmten Pudel ein…….
Zum Buch/Prolog: Danke fürs Übersetzen, las sich wie von nem Profi
Nein, ich lass mich nicht beschämen. Das hat Gründe und ich hab sie auf die hinterste Ecke der Festplatte….was solls. Ich geh noch so weit mit, daß ich mir sagen lassen würde, daß meine Beziehung Sellerie und mein Typ eine Schildkröte ist. Ich geh auch noch soweit mit, daß ich sage, das KANN ein schlimmes Problem sein ( ich kenne andere Probleme und die hab ich auf die hinterste Ecke..blabla)und ich verschmerze vielleicht 20 Euro für diese grandiose Aussage…ich verstehe aber absolut nicht, wie man DANACH (nur ausgestattet mit rein animalischem Selbserhaltungstrieb )nicht hingeht, den Typ sehr fordernd mit festen Griff bei seinen Kronjuwelen packt und eine schlüssige Aussage zum betreffenden Thema verlangt, im sicheren Bewusstsein, daß der vielleicht nicht das sagt, was ich hören will, sondern was ich hören MUSS. DANACH ist Ruhe, ich weiß bescheid. Es bricht mir vielleicht temporär furchtbar das Herz ( ja okay, ich heule, ich schreie, ich ticke aus, ich LEIDE), erspart mir aber Unsummen von 1,99/min, die ich besser in Brustimplantate für den nächsten Lover investiere ( nee, warn blöder Scherz, Fett absaugen ist wichtiger ). Ich krieg das nicht in meinen Schädel, tut mir leid. Bin vielleicht zu simpel gestrickt ( ich danke dem Herrgott, an den ich nicht glaube, den ich aber auch nicht kategorisch ausschließe ) Immerhin hat er dem 5-Sterne-Highlight auch schon kryptische Botschaften für die Menschheit zur Verfügung gestellt. Um die zu verstehen, müßte ich ein Seminar bei ihr buchen, sie kann mir das dann in fehlerhaftem Deutsch plausibel machen. Ach lieber Herrgott, ich MUSS nicht alles verstehen, was Du treibst. Du machst das schon. Ich vertrau Dir.Ich schaffs auch ohne Seminare. Aber: Erhöre doch die Bitte eines kleinen und unbedeutenden Agnostikers. Lass es doch auch andere OHNE Seminare schaffen. Lass sie aufhören, sich selber zu entmündigen, indem sie bei diesen Lines anrufen, lass sie ihr Selbstbewußtsein wieder finden und die verantwortung für sich nicht so einfach gedankenlos wegschmeißen. Lass sie ihr HIRN benutzen ( wozu hast Du es ihnen sonst gegeben?). Bitte Herr. Amen.
Man, ich bin heute wirklich abgefuckt. Sorry. Lilith, mich hat das auch schwer zum Nachdenken gebracht, obwohl ich NICHT gewerblich Karten lege, nicht zuletzt Dank Deines Blogs und der Aufklärung. Wirklich. Und ich hatte viele GUTE Gedanken. Weg sind sie grade…
Anne
19. März 2008 um 09:54
Siehst Du ,Anne ,vielleicht sollten aber gerade mehr wie Du es doch gerwerblich machen ,um klare Zeiche zu setzten ……auch um die Chance zu erhöhen ,jemanden zu finden,der wie Du denkt. Das Problem ist dann nur,wieviel muß man ausprobiert haben (und an Geld vertelefoniert haben) bis man den/ die Richtige rausgefunden hat. Das nächste Problem :”Aufpassen,daß es Dich selbst nicht verdirbt und in den Sog der Berwertungen zieht.”
Von einem Berater fand ich letztens diese Geschichte :
****Jede Aktion macht einen Unterschied****
“Ein kleiner Junge lebte am Meer. Er liebte alle Meeres Bewohner, ganz besonders den Seestern. Die meiste Zeit verbrachte er damit, den Strand zu erforschen. Eines Tages hörte er, dass es eine geringe Flut geben würde und die Seesterne am Sand stranden würden. Zur Zeit der Flut ging er zum Strand hinunter und begann, einen gestrandeten Seestern nach dem anderen aufzuheben und zurück ins Meer zu werfen.
Ein älterer Mann aus der Nachbarschaft kam zum Strand, um zu sehen, was er machte. „Ich rette die Seesterne,“ sagte der Junge stolz. Als der Nachbar all die gestrandeten Seesterne sah, schüttelte er seinen Kopf und sagte, „Tut mir leid, dich zu enttäuschen, junger Mann, aber wenn du den Strand hinunter schaust, dann siehst du Seesterne soweit das Auge reicht. Und in die andere Richtung genauso. Ein kleiner Junge wie du macht da keinen großen Unterschied.“
Der Junge dachte einen Moment darüber nach. Dann langte er mit seiner kleinen Hand in den Sand, hob einen Seestern auf, warf ihn ins Meer und sagte: „Ich bin mir sicher, für diesen einen mache ich einen Unterschied.“***
Als Gleichnis finde ich das sehr schön,doch
auch bei ihm kenn ich den Unterschied zwischen Worten und Taten .
Gut ist ganz sicher,wenn man den Gundlebensunterhalt mit was anderm absichert ,damit man nicht so unter Druck gesetzt wird ,unbedingt verdienen zu müssen.
Und doch…..es ist ständig eien Zwickmühle und ob es da wirkliche ein Lösung gibt?
Und wegen der Protitution :
In “Hector und die Geheimnisse der Liebe” las ich letztens *Auch Huren könne Heilige sein*..
Das ist aber Stoff für ein anderes Thema (das mit Sicherheit genauso endlos ist ,wie dieses hier.)
19. März 2008 um 11:56
Liebe Lilith,
ich lese immer sehr gerne Deine Beiträge und es macht viel Freude auf Deinen Seiten zu verweilen.
Dies erst einmal vorab
) bevor ich meinen herzlichsten Dank für die Übersetzung des Buches hier hinterlasse. Die Erzählung hat mich sehr berührt zumal sie soviel an eigener Erfahrung wiederspiegelt. Sei es aus meiner ehemaligen Tätigkeit als Beraterin, sowie auch als Kundin.
Ich habe meine Tätigkeit als Beraterin damals eingestellt, weil ich nicht mehr die Verantwortung tragen konnte und wollte.
Heute vermittel ich lieber, dass bei schlimmen Kummer die gute Freundin doch immer noch die bessere Wahl ist. Diese kann vielleicht keine Zukunft benennen, aber Trost spenden, der wieder auf die eigenen Füsse hilft, so dass man sich wieder mit Vertrauen der noch ungeschriebenen Zukunft zuwenden kann. Alles ist dann wieder möglich.
Viel zu oft habe auch ich damals erlebt, dass Menschen, die meine Beratung gesucht haben, eigentlich nur die Bestätigung für ihren Strohhalm, an dem sie sich so eifrig klammern, erhalten wollten. Meine Worte, die eigenen Wünsche wiederzufinden, etwas loszulassen, einen ganz eigenen – anderen Weg zu begehen stießen dabei manchmal auf Unmut. Immer wieder nur die ungeduldige Frage, wie sieht es aus in der Zukunft?
In diesem Sinne, Dir weiterhin gutes Gelingen mit Deiner schönen Seite, Lilith!
Bettina
19. März 2008 um 14:32
Das mit den Huren kommt hier als nächstes. An der Rahmengeschichte bin ich bereits dran.
Ich bin mittlerweile zu der Erkenntnis gelangt, dass man zum Kartenlegen weder irgendeinen Kurs, geschweige denn lange Erfahrung braucht.
Schöne Sachen, um die Sucht zu befriedigen, Geschichten vom in 3 bis 10 Tagen Zurückkommen und einer Hochzeit mit Pfingstrosen im Brautstrauß kann wirklich jeder erzählen, der ein bisschen Phantasie hat.
Egal ob Tarot-Guru, Playboy-Redakteur oder Lokführer.
Oder Bäcker, der wird ja immer gern genommen.
Es ist egal.
Hauptsach man sagt, was gut ankommt und sie sind zufrieden für den Moment.
Was macht ein Wirt mit einem Alkoholiker in der Kneipe?
Er hält keinen Vortrag über die Gefahren von Alkoholismus.
Er verkauft dem Gast seinen Korn und denkt nicht an das, wie arm ein Alkoholiker dran ist.
Was macht die Spielhallenaufsicht mit dem Spielsüchtigen?
Nichts. Lässt ihn spielen und ihn in Ruhe.
Man kann ja doch nichts ändern an der Sucht.
Einem Heilersüchtigen zu sagen, er müsse mal so langsam anfangen sein Leben selbst zu leben und nicht dauernd anrufen, ist genauso sinnlos und ohne Auswirkung, wie ein Wirt der seinem Alkoholiker-Gast eine Diskssion über dessen Trinkgewohnheiten aufdrängt. Genauso sinnlos wie ein Heroindealer, der zu seiner Kundschaft sagt, dass es Scheiße ist, ein Junkie zu sein.
Klar ist das Scheiße, das wissen die alle selber.
Der Heroinsüchtige, der Alkoholiker, der Spieler.
Und auch der Heilersüchtige, wie in dem Prolog des Buches mehr als deutlich wurde.
Aber sie können nicht einfach so aufhören, dann wäre es ja keine Sucht. Sucht ist ja, den Konsum nicht mehr kontrollieren zu können.
Was ändert es schon, wenn ihnen einer sagt, so ginge es nicht weiter?
Nichts. Gar nichts. Überhaupt nichts.
Also kann man als Anbieter nur noch den Schaden begrenzen.
Der Wirt gibt ihm den Korn manchmal etwas billiger und der Kartenleger sieht zu, dass er in 3 Minuten mit der schönen Prophezeiung durch ist und schickt Gratisminuten und Gratisminuten und nochmal Gratisminuten an alle die dauernd deswegen nachfragen.
19. März 2008 um 14:35
Aber dann kann man auch genausogut aufhören mit dem Kartenlegen.
19. März 2008 um 14:48
Anne, schreib ein Buch, investier das Geld bei BOD und vielleicht wird es ja richtig gut!
Und das mit dem Fernsehen… guck’s doch einfach nicht mehr, wenn es so schrecklich ist.
Ich gucke schon seit letzten Sommer nicht mehr. Mit dem TV-”Zwiegespräch” mit dem toten Mann und auf der anderen Seite der heulenden Witwe am Telefon wurde für mich persönlich die Grenze zum Zynismus mehr als überschritten.
Sowas tut man nicht. Und wenn man es schon unbedingt tun muss, weil einem sonst die Birne platzt oder man die Stimmen im Kopf partout nicht für sich behalten möchte, so doch bitte wenigstens nicht in aller Öffentlichkeit indem man zu allem Überfluss noch traurige andere Leute da involviert und sie verscheißert!
Manno.
Aber das, was du da jetzt schreibst, hört sich mehr nach Klamauk als nach Leid an…
Ein neues Chakra gechannelt?:-)
Das wurde doch auch bestimmt Zeit.
Und gleich mit CD dazu? Jo mei.
Das ist ja sensationell! *gähn*
19. März 2008 um 17:27
Lilith!!!
Nicht aufhören mit Kartenlegen!
Irgendwann will ich Dich schließlich mal anrufen…auch ohne Freiminuten….
20. März 2008 um 10:08
… und was möchtest du gern hören?
20. März 2008 um 13:20
Ich hätte gern eine Aussage in der Art:
“Sie werden demnächst in ihrem Wohnzimmer ein herbstliches Gefühl bekommen, weil unter ihren Füßen gleichsam wie Herbstlaub die Euroscheine knistern!”
Oder so ähnlich….
Hab ein schönes Osterfest, Lilith!
20. März 2008 um 16:55
Äh – ist vielleicht nicht die feine Art in die österliche Rezensionsdamenrunde zu platzen, aber ist das Java Script von Dir, Lilith?
20. März 2008 um 19:07
Nein, Lorry, ich “code” hier nix.
Das ist ein WordPress-Plugin.
“Spoiler” von Felix Triller:
http://felixtriller.de/projekte/wpspoiler
Und da ist auch noch eine readme bei, in der steht, was du der style.css hinzufügen und da reinkopieren kannst, wenn du die Hintergrundfarbe und “+” und “-” – Bilder möchtest.
Kannst ja die von hier nehmen, sie sind nicht dabei.
Wenn Fragen sind, ich bin für dich da.
Sag mir nur eben, was du hören möchtest.
Frohe Ostern.
20. März 2008 um 19:34
Danke, frohe Ostern !
21. März 2008 um 08:42
Beschaffungskriminalität bei Heilersucht gibt es auch bereits:
Die einen klauen Handtaschen und Tomtoms, die anderen geben direkt falsche Kontonummern für die Lastschrift an.
Was heißt falsche? Richtige, jedoch nicht ihre eigenen!
Die Adressen zu den Accounts sind natürlich auch verkehrt. Und dann geht’s los. Chat, Chat, Chat, Mailberatung. Zu Telefonberatung wird es wohl eher nicht kommen. Denn die Nummer muss in jedem Fall stimmen, sonst könnte man ja gar nicht telefonieren. Oder sind sie so dreist und geben eine Nummer an, auf die sie Zugriff haben, aber wo der Verursacher nicht auszumachen ist? Oder sie besorgen sich ein gebrauchtes Prepaid-Handy? Oder sie klauen noch eben irgendwem ein Handy?
Oder sie klauen erst ein Handy und besorgen sich dann die Kontonummer? Oder – Hach, man wird ja richig kreativ.
Wie auch immer die Vorgehensweise ist. Diese “Kunden” betrügen auf jeden Fall. Egal ob mit oder ohne Handydiebstahl.
Die dort genannten Abbuchungen von 99,29 €, 99,47 €, 64,76 €, 64,11 € und 67,11 € kommen andererseits gut hin für jeweils ein schön langes ausführliches Gespräch mit einem teueren – und von daher gefühlt gutem – Berater.
Man wollte sich wohl mal richtig was Gutes tun…
Das Klima wird härter im Weißlichtmilieu.
21. März 2008 um 10:58
Es macht einen immer mehr betroffen und traurig,denn sind nicht alle eigentlich nur auf der Suche nach (der )Liebe ,Wärme, Halt? Oder um die innere Leere auszufüllen?
Das Drama eines Alkoholkranken macht mich genauso traurig.
Süchtige sind doch oft so feinfühlige Menschen.
Man kann eh nicht allen helfen, doch wenigsten tun ,was man kann.
Manchmal auch durch gar nicht mehr helfen ,damit sie alleine aus den Konsequenzen lernen.
Das tut weh,dem Betroffenen und dem “daneben”.
Muß man aufpassen,nicht selbst süchtig zu werden……………….
30. März 2008 um 13:10
Danke Lilith, für Deine Anregung des Buchs und die Übersetzung und schön, Euer aller Meinung zu lesen.
Tja, was soll man da tun? Leider ist es so, dass da meist Süchtige auf Süchtige treffen. Leute, die nichts lieber tun, als die Verantwortung anderen Leuten abzunehmen (um das Eigene nicht so genau studieren zu müssen) treffen auf Leute, die sich lieber “leben” lassen. Die beiden Seiten einer Medaille. Und oft sind die, die dann beraten, genau die, die die “besten” Kunden waren oder sind. Ich kenne es von grossen Portalen: oft sind die Berater untereinander die “besten” Kunden. Kein Wunder, es ist nicht angenehm, auf dem grössten Portal zu arbeiten.
Manchmal werde ich gefragt – nein, fast hin manipuliert – dass ich doch sehen müsste, dass eine oder einer hellsichtig ist (ich sehe es ganz selten). Wenn ich das nicht bestätige, weil ich es nicht bestätigen kann, sind sie enttäuscht und gehen. Auch Bewerber auf meinem Portal: manchmal sind sie auch medial begabt, haben tausend Kurse gemacht, aber kriegen ihr eigenes Leben nicht in den Griff. Wie sollen die anderen helfen können? Gut so, wenn sie dann gehen — die Esoterikwelt birgt leider wie jede Welt solche und solche. Die Wenigsten sind wirklich ein Segen für die Welt. Sucht da nicht oft eine verwirrte Seele eine andere? Eine Seelerie ist das
Ich schau nicht in die Zukunft. Ich rede von der Möglichkeit, von Potentialen, nicht von Tatsachen. Wenn jemand das nicht mag, kann ich nichts ändern. Ich mach auch keine Gratisberatungen. Warum auch? Meine Arbeit ist sehr anstrengend und ich lebe nicht von “Licht und Liebe”. Bei Menschen, die in Nöten sind, finde ich Lösungen. Aber “Geiz ist Geil” find ich nicht geil und Sucht unterstütze ich nicht.
Ich hab keinen Sellerie zur Verfügung, auch keinen Erzengel Metatron, mach aber meinen Job seit Jahren. Und ich bin ziemlich gut mit meinen “eigenen Geschichten” durch.
Es gibt auch andere Ratsuchende – bei mir die Mehrzahl – bestimmt 99%. Ganz feine Menschen, die sich bemühen und bereit sind, hinzuschauen und ihren freien, selbständigen Weg zu finden und zu gehen. Da geschehen manchmal Wunder.
Die gibt es auch. Und nicht wenige.
Also, damit will ich sagen: einer, der die Wahrheit biegt, der braucht und findet immer einen, der bereit ist, seine Wahrheit zu verbiegen. Und umgekehrt.
Wenn eine unbedingt von mir hören mag – auch, wenn ich keine Chance sehe – dass er doch zurückkommen MUSS……. dann sage ich: “Ich kann ihn Dir nicht herzaubern!” Eine hat da mal (über sich selbst) gelacht und gemerkt und gefragt: “Warum eigentlich nicht?” — aber davon lass ich die Finger. Den so genannten “Liebeszauber” wünsch ich niemandem.
Da fällt mir ein Gleichnis ein: Da gab es einen Sonnenanbeter, der wollte nichts lieber tun, als am Meer in der Sonne zu liegen. Er ging zu einem Weisen und bat ihn, ihm zu sagen, wann er denn endlich in der Sonne liegen würde. Der Weise sagte zu ihm: Das kommt auf dich an! Geh in ein Reisebüro und kauf Dir ein Ticket. Dann besteige zur gegebenen Zeit das Flugzeug und lass Dich hin tragen. – Der Sonnensüchtige sagte: du bist kein Weiser – ich will nicht in das Flugzeug steigen – ich will in der Sonne liegen. Und wütend ging er davon.
Das Gleichnis passt auch zu “Telefonberater – die Don’ts”
Herzlich
Katrin
30. März 2008 um 21:13
Weiterführung zu dem Gleichnis:
…Wenn dann nun dieser Sonnenanbeter wütend weggeht und auf seinem Nachhauseweg “rein zufällig” an einem Reisebüro-Schaufenster vorbeikommt und sieht ein Plakat ,auf dem unten Menschen in der Sonne liegen und oben drüber fliegt ein Flugzeug…..
Vielleicht fallen ihm dann die Worte des Weisen wieder ein und er sieht dieses Poster als Zeichen und erkennt ,wie wahr doch diese Worte waren….
dann hat “die Beratung ” doch etwas bewirkt.
Oder es war eine Fügung von was oder wem auch immer herbeigeführt ,die ich als kleines Wunder bezeichnen würde.
Sie geschehen ja nicht immer ,aber jedesmal wenn sie geschehen ,diese kleinen Wunder ,sind sie ein Lichtblick,der die ganze Mühe wert war.
Schön wär es noch,wenn der Sonnenanberter dem Weisen eine Karte aus dem Süden schickt ,damit auch dessen Herz sich erfreut am Erfolg seiner Arbeit.
(Oh ,daß hört sich schon fast wieder nach Aufforderung zur Bewertung an.So war es nicht gemeint.Nur Teilnahme am Glück und um es als positiven Motivationsschub zu haben für den nächsten Fall ,der sich womöglich nicht so glücklich fügt.)
Alles Liebe Euch allen!
2. April 2008 um 20:41
Nach ein bisschen Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, ich mache genauso weiter wie früher, falls ich je wieder telefonieren sollte.
Irgendwann werde ich mich wieder dazu aufraffen.
Damals, 1999 – 2003, habe ich es einfach übertrieben…
Nein, ich habe noch nie bei Kartenlegern angerufen.
Persönlich war ich 1993 zuletzt bei einer Kartenlegerin.
Und die 5 Minuten vor 4 Jahren auf der Kirmes, aber die zählen nicht, weil sie wortwörtlich dasselbe erzählt hat wie einer anderen Dame auf einer Kirmes 400 km weiter südlich.
Ich selbst bin da völlig unsüchtig.
Dann dürfte ich ja nach deiner Theorie, Katrin, nicht viel Kontakt mit Heilersucht haben…
Selber lege ich mir höchst selten.
Vielleicht 1 x im Jahr. Wenn überhaupt.
Ich will das alles gar nicht wissen.
Es beeinflusst mich sonst bei zu vielen Entscheidungen, und das möchte ich nicht.
29. April 2008 um 00:10
Warum schaue ich gerade heute in Deinen Blog? Wahrscheinlich, um diesen Eintrag zu lesen. Danke für die Übersetzung. Es tat gut das zu lesen. Mir erging es vor nicht allzu langer Zeit ebenso. Ich war abhänging und merkte es lange Zeit noch nicht einmal. Ursprünglich habe ich mir nur 1x pro Jahr die Karten legen lassen…von Angesicht zu Angesicht…mit viel Zeit und Ruhe…mit Zuhören und Erklären. Aber dann kam die Zeit der Krise und da kamen die Angebote von all den Portalen gerade recht. Ich brauchte jemanden, der mir die Hoffnung gab, die ich selbst nicht mehr aufbringen konnte. Ich brauchte jemanden, der mir zuhört, der mir erklärt, daß all meine Wünsche in Erfüllung gehen. Irgendwann war ich an dem Punkt, ab dem ich unfähig war die kleinste Entscheidung allein zu fällen. Ich hatte all meine Macht abgegeben. Das nennt man dann wohl Ohnmacht. Dann kam der Klick-Moment. Ich kann nicht mal mehr genau sagen, was der Auslöser war, aber auf einmal war ich wieder mächtig.
Kartenlegen kann sehr sinnvoll sein. Ich bezeichne es gerne als übergeordnetes Brainstorming. Es kann helfen andere Sichtweisen zu gewinnen, dem Ding mit Ursache und Wirkung auf die Schliche zu kommen, Inspiration zu finden. Kartenlegen ist _kein_ Zukunftswetterbericht und Kartenleger keine “Kachelmänner”.
Habe das Buch bestellt und werde es aufmerksam lesen. Danke für den Hinweis.
29. April 2008 um 00:19
Du wirst das Buch lieben.
Ich hab’s jetzt durch.
Es ist so unglaublich fesselnd, dass man die Sucht intensiv im Geiste nachvollziehen kann, dass man selber in dieser Euphorie drin ist und man hinterher selber dieses “leere” Gefühl hat, wenn die Autorin am Ende des Buches davon ab ist. Dieses Gefühl, dass etwas nicht mehr da ist.
Wie, wenn man vom Raucher zum Nichtraucher wird.
Da fehlt einem auch so viel.
7. September 2008 um 09:06
Von der Heilersucht habe ich schon oft gehört und weiß schon lange das es sie gibt. Mir persönlich ist aber glaube ich noch Niemand begegnet der daran leidet, hoffe ich zumindest. Aber vielleicht bin ich auch noch nicht lange genug in dieser Branche beschäftigt? Bisher fühle ich mich auch nicht unter Druck genau das zu sagen was ein Kunde hören will(daher wohl auch mein nur 4,5 Sterne Profil).Damit kann ich leben das berührt mich nicht wirklich. Man braucht nur mal einen Streifzug durch einige Eso Foren zu machen um zu sehen wie viele tatsächlich süchtig nach dem Kartenlegen sind. Was mir dabei immer wieder auffällt, es ist immer der gleiche Typ Mensch der von einer Beratung in die nächste läuft und um kostenlose Legungen bettelt. Und was da in der so genannten Esoterik Branche zur Zeit läuft finde ich erschreckend. Eigentlich dachte ich auch immer wer sich Astro TV anguckt, der hat gar keine Lust mehr auf eine Beratung. Aber da wird tatsächlich angerufen und die Leute bedanken sich auch noch bei der Klangschalen Tante oder eine andere Dame die verspricht sie sagt den finanziellen Erfolg voraus. Wunsch Fernsehen? Da war ich ja schon fast versucht selber dort anzurufen. Mein Anliegen ist es immer noch Menschen zu helfen den richtigen Weg zu finden und vor allem wieder klar zu sehen. Ich fühle mich nicht als Abzocker, wie es so oft gesagt wird. Das die ganzen Berater auf den Portalen nur Geldgeil sind. Süchtig nach positiven Aussagen und Zuwendung zu sein, stellt eigentlich ein großes Armuts Zeugnis für unsere Gesellschaft da. Es ist aber auch sehr verlockend sich mal in die Karten schauen zu lassen. Ab und an gönn ich mir das auch mal und las mir die Karten legen. Aber wie schon anderswo gesagt und glaube ich auch hier irgendwo. Was ich aus den gegebenen Umständen mache ist allein meine Sache. Und genau das vermittel ich auch den Leuten die sich von mir die Karten legen lassen. Heilersucht, ein wirklich brisantes Thema. Aber ich bin mir sicher, dank Astro TV wird es weniger werden. Das kann doch kein Mensch wirklich ernst nehmen auf Dauer.
Gruß Daniela