Freitag, 6.Juni 2008
Nun hat es auch in Europa Einzug gehalten und ist in GB bereits seit Ende Mai Vorschrift:
“for entertainment purposes only.”
Im Moment habe ich leider nicht die Zeit, viel dazu zu schreiben.
Daher mal nur zur Kenntnis. In GB gilt ab sofort:
http://www.tagesschau.de/schlusslicht/wahrsager2.html
Jeder, der gegen Geld die Zukunft voraussagt oder Kontakt zu Verstorbenen aufnimmt, hat seinen Kunden vorher mitzuteilen, dass seine Dienste “lediglich zu Unterhaltungszwecken dienen und bisher experimentell nicht nachgewiesen werden können”.
und
Bei individuellen spiriturellen Dienstleistungen wie Kartenlegen müssten die Anbieter nachweisen, dass sie tatsächlich auf den einzelnen Kunden eingehen und ihn nicht mit Standardvorhersagen abspeisen.
Das ist dann das Ende der Computerhoroskope?
Aber glücklicherweise auf jeden Fall das Ende der “Technik”, bei Mailberatungen, die Bedeutungen der Karten einfach aus Webseiten zu kopieren oder aus Büchern abzuschreiben.
Links:
Wie auch immer. Mich stört es nicht.
Das musste ja so kommen und es ist ja auch so!
Auf meiner Homepage steht schon seit geraumer Zeit “nur zur Unterhaltung” im Impressum (was aber im Falle einer Vorschrift in Deutschland sicher nicht mehr ausreichen wird, sondern dann auf jeder Seite dick in rot oben drüber stehen müssen wird) und ich habe mich auch hier im Blog schon von Anfang an in diese Richtung geäußert und sehe es auch so.
Das Ansehen von Kartenlegern und Co. in der Bevölkerung geht gegen Null.
Als es nur im Untergrund stattfand, hat es keinen groß gestört. Wer nicht damit zu tun haben wollte, kriegte nichts davon mit.
Doch in letzter Zeit hielt das Thema bekannterweise Einzug in sämtliche Wohnzimmer und das zusammen mit Wunscherfüllung “sprich mir nach … und du kriegst es” oder “ruf 50 mal und es geht in Erfüllung” uund mal eben 30 Sekunden mit dem toten Ehemann reden “Schatz, er sagt mir grad, es geht ihm jetzt gut” und allem Pipapo.
Wer da nicht mittelfristig “was kommen” gesehen hat, den halte ich für weltfremd!
Dann ist es halt Unterhaltung.
Warum nicht? Was ist so schlimm daran?
(via “Kaffetasse” im
Forum auf Tarot.de)













7. Juni 2008 um 21:25
Bei denen reicht der Satz “For entertainment purposes only” hier wird sicher wieder ein riesen Gesetz draus – es wird immer schlimmer, was kommt wohl als nächstes – psychologische Eignungstests?
7. Juni 2008 um 23:17
Steuernummer-Tätowierung auf dem Unterarm?
“Nur zur Unterhaltung”-Pflichtaufnäher auf Kartenleger-Straßenkleidung?
Wir haben ja einen großen Fundus an Ideen in diesem Land.
Ja, ich gebe dir Recht. Die Umsetzung dieses Gesetzes dürfte in Deutschland einen Aufwand nach sich ziehen, der in erster Linie den Abmahnanwälten dienen wird…
Und es wird kommen. Auch hier.
10. Juni 2008 um 12:51
Klar wirds kommen und es wird nicht so easy laufen wie in GB, weil D-Land immer noch einen draufsetzen muss. Wenn die Steuern nicht so schön sprudeln würden, wäre die Arbeit der Kartenleger hierzulande doch schon längst (wieder) verboten. Und der Ruf im Volke ist wirklich durch, da stimme ich Dir absolut zu, Lilith. Ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, meine Autobeschriftung abzulösen (mein Fön freut sich auch, wenn er mal was anderes machen darf als Haare trockenpusten) weil das blöd angemacht werden im Laufe der letzten Monate doch langsam die Schmerzgrenze überschreitet. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit wurde ich häufig angesprochen wegen Kärtchen, Konditionen oder auch schon mal gleich zum Termin vereinbaren, die heutigen Kommentare wiederhole ich hier lieber nicht… Und mit den Weiterempfehlungen, wie es früher mal war? Um Himmels Willen, das erzählt man doch nicht, dass man zu “zu so was” geht, die Anderen würden einen ja auslachen!!! Geburtstagsevents? Ich bitte Sie, meine Gäste würden mich für verrückt erklären!!! Wieviel Pufferzeit lassen Sie denn zwischen den Terminen? – Nicht dass mich noch jemand sieht… Gibts bei Ihnen auch einen Hintereingang? Und so weiter und so weiter und so weiter. (Männer beim Bordellbesuch scheinen da weniger Probleme zu haben…) Und das neueste: “Eine Annonce wollen Sie aufgeben? Ja gerne *Lächelstimme* …. Kartenlegen????? *Stimmefünfzehngradkälterwird* Ja, da geht die Schaltung nur per Vorkasse und bei Hinterlegung der Steuernummer und wollen Sie sich das nicht doch vielleicht nochmal überlegen, ob sich so ein Inserat *Stimmeanhebt* in unserer Zeitung *Stimmewiederabsenkt* für Sie wirklich lohnt?” Ja, ich glaub wirklich, ich überlegs mir nochmal. Jahrelang gings mit Rechnung und Bankeinzug, bei einigen Zeitungen sogar mit Monatsrechnung, und nu sowas? Und meine Freundin, die Einrichtungsberatung annonciert, braucht keine Steuernummer anzugeben UND bekommt ihre Rechnung NACH Drucklegung mit dem Belegexemplar und 14 Tagen Zahlungsziel zugeschickt? Ich hab zwar (natürlich) die verlangte Steuernummer, aber eine derartige Diskriminierung ist mir neu. Vielleicht sollte ich aber erstmal den Text überarbeiten und als Kopfzeile nicht “Kartenlegen ohne Zeitdruck” sondern “Kartenlegen – Nur zur Unterhaltung” schreiben. Wobei dann garantiert die Anfragen “Kostet das was oder ist das umsonst?” explodieren dürften. Denn unsere Arbeit ist ja nichts mehr wert. Und was nichts wert ist, darf ja auch nichts kosten. Dabei ist hinlänglich bekannt, dass es nichts Schwierigeres gibt als die Menschen zu unterhalten (wobei das von meiner Seite aus noch nie mit Hinweis auf einen gutaussehenden Fremden in den späten Abendstunden verbunden war). Vielleicht sollten wir unser Honorar an die Künstlergagen im Unterhaltungsbereich anpassen??? Schonmal ‘nen Zauberkünstler gebucht? Fängt bei 250 Euronen an – für 20 Minuten…
Liebe Grüße
chantal
10. Juni 2008 um 20:27
Nun ja,
aber etwas gutes hat es doch.
Die ganzen “Ich habe das Kartenlegen von meiner Oma Vererbt bekommen” und die “Ich habe mir ein Kartenspiel gekauft und konnte es einfach” (Betrüger) ohne richtiges erlerntes Fundament werden hierdurch vielleich ein wenig aussortiert.
Auf der anderen Seite trifft es dann aber auch wieder die, die viel Geld ausgegeben haben um das Kartenlegen als Handwerk richtig zu erlernen, zu verstehen und einzusetzen. naja, wo das wohl noch hinführen wird. man wird sehen *schmunzel*
11. Juni 2008 um 12:52
zu Rene´s Beitrag:
Ich denke, um das Handwerk richtig zu erlernen muss man, wenn man gar kein Gefühl dafür hat, ersteinmal den Profit aus den Augen lassen.
Leider gibt es aber, z. B. bei eBay, einige Kartenlegerinen, die uns nicht nur die Kartenlegen für viel Geld, nein, ich habe da eine gefunden, die verschickt CD´s mit Legesystemen, kopierten Büchern und JA: einem Zertifikat!
Natürlich nicht irgendein Zertifikat: selbstverständlich ein eigens von IHR unterschriebenes! Und: zu allen Karten, zu Numerologie und sogar zur Traumdeutung.
Da denke ich, ist es an der Zeit, solchen Dingen ein Ende zu machen…
Esoterik ist wie Religion: wenig belegt, aber interessant:-)
Viele Grüsse
Luiza
11. Juni 2008 um 13:04
Glaubt denn jemand wirklich, es wird unterschieden zwischen ehrlichen und betrügerischen Kartenlegern, Astrologen, Hellsehern?
In der öffentlichen Meinung und bei sicher kommenden neuen Gesetzen gibt es nur Kartenleger, Astrologen, Hellseher.
Egal wie sie arbeiten.
Mitgefangen, mitgehangen.
Und Rübe ab.
Niemand dort wird sich ausgerechnet (!) in der halbseidenen Esoterikbranche die Mühe machen, weiter als grad eben nötig zu differenzieren.
Es werden alle gleich behandelt werden.
Warum sollte plötzlich der Gesetzgeber unterscheiden, wo doch das Volk nichtmal unterscheidet?
Beim Umgangsrecht unterscheiden sie auch nicht zwischen Wunschkindern und Kindern, die aus einem kriminellen Akt heraus gezeugt wurden.
Nichtmal da tun sie es!
11. Juni 2008 um 13:07
Es werden für Hajo Banzhaf und Winfried Noé im Fall der Fälle dieselben Gesetze gelten wie für kleinekartenelfe683 bei eBay.
(Den Namen habe ich mir grad nur ausgedacht und hat keine Ähnlichkeit mit lebenden oder toten eBay-Verkäufern.)
Das meine ich damit.
11. Juni 2008 um 13:32
…da hast Du wohl Recht. Im Übrigen: schöner Zufall mit kleinekartenelfe683
So ähnlich heisst die Gute:-)
11. Juni 2008 um 23:20
@ Chantal
So isses.
Aber Unterhaltung darf man sich durchaus bezahlen lassen.
Es ist ein Verbraucherschutzgesetz.
Und es schützt die Verbraucher, die ganz ernst meinen, es gäbe Partnerrückführungen, also Partner auf Bestellung wie, wenn man sich ein Brötchen kauft, oder die Zukunft wäre vorherbestimmt und demzufolge würden sie manche genau kennen.
Die, die eine schlechte Berwertung reinknallen und dazuschreiben “Die Beratung vor einigen Tagen war völlig daneben, es ist ganz anders gekommen.”, weil sie meinen, man kann in die Zukunft gucken.
Die wissen wenigstens ab dann: es ist nur zur Unterhaltung.
Und man braucht den Anbieter der unterhalterischen Dienstleistung nicht schlecht zu bewerten, wenn etwas anders kommt als er gesagt hat. Immerhin wurde man doch unterhalten. Oder etwa nicht?
12. Juni 2008 um 09:23
…so klare Worte gibt es sehr selten. RESPEKT!
13. Juni 2008 um 16:30
Ist ja klar das wir wieder bei jedem Scheiss dabeisein müssen!
15. Juni 2008 um 09:22
Hi Lilith
hast ja recht – bin nur grad am überlegen, wie ich das praktisch umsetzen würde, bin ja nicht auf einer line. Na ja, wird sich schon finden und klar darf man sich Unterhaltung bezahlen lassen – Zauberer tuns ja auch (wie schon geschrieben: fängt bei 250 € an – für 20 Minuten). Dann sind wir Unterhaltungskünstler und dürfen in die KSK, die die Hälfte der Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge übernimmt, die wir zur Zeit ja noch alleine schultern müssen – juchu.
Apropos Unterhaltung: wenn Du Lust auf etwas hast, was Dich an einen Gruselfilm erinnert, schalte heute abend ab 21 Uhr AstroTV ein – sie sind wieder daha… Du weißt schon – das auch hier im Blog schon erwähnte Ehepaar… bin gestern nacht beim Zappen fast hintenübergefallen vor Schreck…
LG
Chantal
17. Juni 2008 um 00:31
Die KSK wird sich bedanken! Die prüfen nochmal extra und werden ablehnen. Wetten?
Danke für den Programmhinweis. Höhöhö.
Wir hatten am Samstag Jahrgangstreffen, aber Sonntag Abend beim Chill out hab ich mal reingezappt und da waren sie tatsächlich auch noch.
Dieses Mal kam mir Zombie 1 (Dawn of the Dead) in den Sinn: “Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück.”
Es passte einfach.
Die Toten, das Einkaufszentrum…
Sie erzählte nämlich gerade, wie anstrengend es sei, mit ihm im Supermarkt einkaufen zu gehen, da er ja überall Verstorbene sieht und hört. Und damit nicht genug, er spricht dort dann dauernd Fremde an, also andere Einkaufende, um ihnen zu übermitteln, was die Verstorbenen ihm jeweils gerade für sie sagen!
Hilfe!
(Na, hoffentlich verstehen die Leute ihn wengistens. Ich verstehe ihn mittlerweile nämlich überhaupt nicht mehr.)
Man stelle sich das vor: Aldi, Dienstag Abend, November, auf einmal kommt so ein Mann auf einen zu und raunzt einem etwas nur schwer Verständliches ins Ohr, man versteht “Tod”, man versteht vielleicht noch “Jenseits”, man wird bleich.
Von hinten nähert sich eine Frau mit einer extremen Ponyfrisur und redet auf den Mann ein, was die gruselige Szenerie sicher nicht deeskalieren lässt! Der Mann redet weiter, irgendwie, irgendwas. Durchsagen aus dem Jenseits von den anwesenden (Un-)Toten nun direkt von ihm an uns Lebende weitergegeben. Die Frau zerrt ihn weg. Er dreht sich nochmal um und nuschelt: “Geh ..(grummel).. Licht ..(raunzzzz).. Tod .. jetzt.” – “Ich will nicht sterben! Verdammt, nein!” schreit man ihm nach, während er an der Kasse vorbei langsam nach draußen gezogen wird.
Ich habe Angst.
Sie haben es tatsächlich wieder geschafft.
Ich habe mit Gänsehaut im Nacken noch etwas Promidinner geguckt, wobei ich dann zum Glück eingeschlafen bin.
Die Party am Samstag war schlicht zu heftig.
Ich fühle mich alt.
28. Juni 2008 um 10:58
Ja!!!! Und jetzt haben wir geschafft, daß wir demnächst noch die Vergnügungssteuer abführen dürfen
))
))
Reißt Euch zusammen !!!!