Nachtrag viel viel später: ich hab’s raus.
link HIER DIE LÖSUNG

Aber zurück zum Start. So fing alles an:

Heute bekam ich mit der ganz normalen Briefpost – ja, es gibt sie noch – einen Brief aus Briefzentrum 10, also aus Berlin. Der Umschlag ist handgeschrieben, kein Absender.

Dies ist er (Klick für größere Ansicht):
Meine Adresse kann hier meinetwegen ruhig stehen, sie steht ja sowieso im Impressum.

Drinnen fand ich die Todesanzeige 😮 einer Helena Stavros (kenn ich nicht, dachte ich), geboren am 15.3.1944 (Fisch, dachte ich) in Zia (kenn ich nicht, dachte ich), gestorben am 25.7.2006 in Berlin.

Diese hier (Klick für größere Ansicht):

karte.jpg

Um all das ganz barrierefrei anzugehen, schreibe ich den Text mal ab, so wie er da steht:

In tiefer Trauer um unsere Freundin
Helena Stavros
*15.03.1944, Zia †25.07.2006, Berlin

Dein Leben ist daHin geschIeden,
durch des Todes starke Hand.
Doch LäuFst du nur vor und bereitest unseren Weg.
Wir werden ewig daran denken,
was geMeinsam uns verband.
Voller Hoffnung auf dIch warten, stehen wirR am letzten Steg.

Philipp Retingshof

Da fällt erstmal auf, dass ein paar Buchstaben groß geschrieben sind, die eigentlich klein geschrieben werden müßten. Ich – gagolgaerprobt wie ich bin – achte natürlich auf sowas. Schnell hatte ich die falschen Buchstaben aneinandergereit und erhielt „HILF MIR„.

Wem und wobei? 😈 Spannend. Geil. Irre.

Ich sah schon, ohne Internet komme ich hier nicht weiter. Wie so oft im Leben.

Wie in Gagolga gelernt, ging ich brav zu Google und suchte nach Helena Stavros. Nichts Verwertbares. Eine Suche nach dem Autor dieses lyrischen Ergusses „Philipp Retingshof“ brachte mich weit weiter. Nämlich zum externer Link Blog eben dieses Philipp Retingshof. Er ist angeblich ein Berliner Restaurator, der in letzter Zeit seine Träume bloggt und nebenbei all die sonderbaren Dinge, die ihm in den letzten Tagen widerfahren sind. Als alter Hase bemerke ich allerdings, dass dem Blog das Impressum fehlt, denn mittlerweile schaue ich immer erst dort, bevor ich überhaupt drüber nachdenke, irgendwas so richtig zu glauben, was ich im Internet finde. So schlenderte ich also mal zu Denic, und dort ergab sich ein Arne Hadaschik aus Leipzig als Domaininhaber. Weitergehende Recherche führte zu einem Niels Arne Hadaschik, der in einem Jahrbuch der Uni Aachen auftaucht, der einen „Lehrstuhl für Integrierte Systeme der Signalverarbeitung“ hat und bei Google mit einem Aufsatz über „Synchronisations- und Detektionsalgorithmen für Mehrantennensysteme in Schwundkanal Szenarien“ in dieser Inhaltsangabe des Jahrbuchs verzeichnet ist.

So So. Übrigens: das „I“ bei Integrierte Systeme ist groß geschrieben. 😉
Was aber wohl daran liegt, dass es ein feststehender Begriff zu sein scheint.

Oder aber (Tschacka!), es bedeutet „I“ also englisch „ich“, „ich Arne Hadaschik“ stecke dahinter.

Weiterhin kann ich mit Herrn Niels Arne Hadaschik und seinem Aufsatzthema ausbildungsbedingt nichts anfangen.

Ich fand im Blog von Philipp Retingshof also wie bereits angedeutet diesen Artikel:

externer Link http://www.philippretingshof.de/2006/08/07/zweimal-trauer-an-einem-tag/

Na bitte. Er bloggt dort dann noch einen dubiosen angeblichen Zeitungsartikel, den ihm angeblich sein angeblicher Chef überreicht hat und eine Gänsehaut-Geschichte über einen zu restaurierenden Spiegel, in dem er einen Brief mit altdeutscher Schrift fand.

Der Zeitungsartikel (wie immer Klick für größer):

Zeitung Berlin Helena Stavros Unfall

Ja klar! 🙄

Also liebe Berliner und Berlinerinnen hier (zum Glück hat sich grad heute eine angemeldet):

  • Welche Zeitung könnte das sein? Kommt sie jemandem bekannt vor?
  • Dieser angebliche Artikel erschien 1 Tag nachdem die angebliche Helena Stavros angeblich verunfallt ist, also am Mittwoch, dem 26.7.06. Hat jemand die Zeitung und stand es tatsächlich drin?

Ansonsten sieht das Bild des Zeitungsausschnitts sehr gewollt nach „Restaurator vom Chef mit Zeitungsausschnitt bei der Arbeit überrascht“ aus und ich harre der Dinge die da kommen und warte auf den Grund für diesen teueren und zeitintensiven Aufwand und mich würde es auch sehr interessieren, wer dahintersteckt. Ist Philipp Retingshof vielleicht in Wirklichkeit gar kein Restaurator, sondern einer der Gagolga-Macher? Oder will da jemand unbedingt bekannt werden, so dass es irgendwann heißt: „Ja, aber mein Spiegel wurde von Retingshof restauriert. Du weißt schon, der Typ mit dem Stavros-Fake.“? Oder will eine Zeitschrift mit irgendwas die Auflage steigern? Ich denke, die Hitlertagebücher sind nur noch schwer zu toppen. 😎 Da braucht man sicher mehr als eine verstorbene Dame, die bisher keiner der benachrichtigten Todesanzeigenempfänger kannte.

Kujau ist tot, es lebe Retingshof.

Um nun auf die Nachricht im Text zurückzukommen („HILF MIR“), so kann ich erstmal sagen, ich habe dir, Philipp Retingshof, hiermit dabei geholfen, deine Seite ein bißchen bekannter zu machen. Und man weiß ja: jedes bißchen hilft.
Ich spiele auch gerne weiter mit, wenn ich Zeit habe.

Wenn das Ende dieser Stavros-Story jetzt nicht zu flach und zu dämlich wird, war es IMHO eine tolle Idee, die Leute etwas in Schwung zu bringen. Ist ja sonst nichts los. 😉 Ich bin und bleibe gespannt.