Es gibt –  bzw. für Deutschland: gab – die Blogfunktion, dass man sich über weitere Kommentare per Mail benachrichtigen lassen kann. Diese wurde hier soeben abgeschaltet. Blogs, die deutschem Recht unterliegen, dürfen ihren Lesern diesen Service so simpel nicht mehr bieten.

Denn, es könnte ja sein, dass jemand eine Adresse eingetragen hat, die gar nicht seine ist, sondern die von jemand anderem. Und so würde ja dann der andere all die Benachrichtigungen kriegen. Und müsste diese erst „mühevoll“ abbestellen.

Das „Upload-Magazin“ hat’s nun deswegen böse erwischt und wurde abgemahnt.

Das dort vorgeschlagene einzig in Frage kommende Alternativ-Plugin „CommentMailer24“  läuft nur bis WordPress 2.5 und hat angeblich größere Sicherheitslücken, die einen Einsatz nicht empfehlen lassen:
http://www.cywhale.de/wichtig-abmahnung-durch-wordpress-plugin/

  • [ UPDATE 20 h ]
    Mittlerweile: Infogurke.de hat das alte „subscibe to comments“-Plugin umgeschrieben und bei CommentMailer24
    gabe es ein Update auf die aktuelle WP-Version und hinsichtlich der Sicherheitslücken.Aber ich für meinen Teil bin es zunächst leid und lasse es so wie es jetzt ist = ohne Abofunktion. Denn ich fürchte, es wird nicht lange dauern, bis sich einer findet, der wegen der Bestätigungsmail wegen unerwünscht zugesandter Werbung abmahnen wird. Geld stinkt nicht.Ihr könnt ja den Kommentarfeed abonieren.  Was den angeht hat sich bisher noch keiner eine passende Abmahnung ersonnen.
  • [ UPDATE 23 h ]
    So. Ich hab das modifizierte Plugin von infogurke.de (Danke, für die Arbeit) jetzt mal vorübergehend als Double Opt-In wieder drin. Denn die Rechtsprechung geht dahin, die Mail zur Bestätigung der Anforderung als nicht rechtswidrig zu betrachten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Opt-In
    show

Ziemlich schön zusammenfasst und mit wie immer viel Input der Kommentatoren  findet man diesen Abmahnmist bei Basicthinking:
http://www.basicthinking.de/blog/2008/10/17/neue-kommentare-rechtsproblem-bei-mail-hinweisen/

„CommentMailer24“ würde allerdings deutschem Recht schon eher gerecht, weil man da erst die Mailadresse bestätigen muss, bevor einen Benachrichtigungen über weitere Kommentare erreichen. Aber es ist halt nicht sicher, ansonsten könnte es wohl erstmal ne Zeitlang damit laufen.  ***Nachtrag: wurde mittlerweile behoben ****

Doch wer weiß schon wie lange noch?

Kann sich noch einer an die Newsletter erinnern? Die von früher? Die, für die man sich einfach anmelden konnte ohne sich ansonsten wer weiß wie mit Anschrift, Konto- und Steuernummer registrieren zu müssen? Ja, ist lange her. Sie haben sie getötet. Denn da hat später nämlich jemand sogar dagegen geklagt, dass ihm unerwünscht die Mail mit „Für diese Mailadresse wurde ein Newsletter angemeldet. Sollte das seine Richtigkeit haben, klicken sie zur Bestätitung eben hier, ansonsten betrachten Sie bitte alles als gegenstandslos und Sie werden nichts weiter von uns bekommen.“ ins Haus flatterte. Das sei unerwünschte Werbung und er fühle sich belästigt.
Irgendwie war da doch was.
Und genau das steht ja beim Abonnieren der Kommentare ebenfalls noch ins Haus, selbst wenn es nach dem Double Opt-In laufen würde (also erst noch Bestätigungsmail bevor die eigentlichen Benachrichtigungen über neue Kommentare kommen).

Selbst die Bestätigunsabsicherungsmail könnte ja jemanden erreichen, der diese gar nicht angefordert hat. Oh je. Eine Mail, die man nicht angefordert hat! Hilfe. Meine Güte! Jeden Tag kriegt man massenhaft Spam mit Vermutungen über einen zu kleinen Penis oder Frauen- und Medikamentenanpreisung, die sich mittlerweile so verlockend anhören, dass man als Frau fast schon ein Selbstwertproblem hat, weil man kein Mann ist.

  • [ UPDATE 19.10 ]
    Mittlerweile: Wenn in der Bestätigungsmail keine Werbung drinsteht, ist es auch keine Werbung und kann auch nicht als solche ausgelegt werden. So schreibt Herr Anwalt Schwenke in seinem Blog. Anderslautende Gerichtsentscheidungen hält er „für sehr realitätsfern und für Auswüchse sachfremder Richter.“ Aber so ganz sicher kann man wohl nie sein. „Wer die Möglichkeit abgemahnt zu werden zu 99% ausschließen will, der verschickt gar keine Emails und wirft seinen Computer aus dem Fenster. Ein Restrisiko bleibt trotzdem.“ Schreibt er.

Ganz früher gab es auch noch diese digitalen Postkarten (ja, so hießen sie anfangs), die man einfach so an irgendwen verschicken konnte. Heute liegen die glaube ich sowieso auf ausländischen Servern, wenn sie gescheit sind, und man muss als Absender erst noch ein paar Mal klicken und Mails hin- und herschicken, bevor die was absenden dürfen. Und der Empfänger muss bestimmt mittlerweile auch erst noch sein „Ja, ich bin tatsächlich der, der eine Postkarte kriegen soll. Der Absender ist mein Freund, wir kennen uns gut und haben erst letzte Woche noch nebeneinander an der Theke gestanden. Ihr dürft mir die Karte schicken. Ich werde euch nicht verklagen und auch sonst bin ich euch nicht böse.“

Ach, dann eben nicht.

Dann gibt es hier und anderswo in Deutschland eben keine Kommentar-Abofunktion mehr.

Deutschland ist schon ein tolles Land.

„Deutschland ist bald ein weißer Fleck im Internet“, hat mal irgendwer irgendwo geschrieben.

Wir kriegen hier in Deutschland kein Street-View, Google-Bildersuche gehört für uns bald der Vergangenheit an und nun wird uns auch die Blognutzung erschwert durch so ein Getue.  Natürlich zu all den anderen komischen Internet-Gesetzen, die es hier sowieso schon gibt.

Unvergessen der Blödsinn mit der Datenschutzerklärung, die zunächst vor dem Betreten jeder deutschen Seite aufzutauchen habe! Wie soll das denn gehen? Haben sie dann nochmal leicht abgeändert. Trotzdem ist das eine Farce sondergleichen geblieben.

Betreiber eines Webshops sitzen sowieso bereits in der Mehrzahl in England.

Dann die Sache mit geschäftlichen Mails. Da muss alles genauso drinstehen, wie es auf betrieblichen Briefbögen Vorschrift ist. Also denn. Alle haben nun eine ellenlange Signatur und man scrollt sich’n Wolf, wenn man längeren Schriftwechsel mit all seinen Fullquotes nochmal Revue passieren lässt…

Impressumspflicht für jeden, der seine Seite länger als zu Testzwecken online hat oder irgendwo ein Werbebanner hat, immerhin hat er eine Gewinnerzielungsabsicht. Ja und wenn schon?  Die paar Euro pro Jahr sind sicher nicht der Rede wert. Außerdem: wer weiß schon, ob das nicht ein Banner des Providers ist, gegen den der Seitenbetreiber gar nichts tun kann? Ach ja. Ist nämlich egal. Selbst wenn der Provider selbst die Werbeeinnahmen kassiert, werden ja deswegen die Gebühren fürs Hosten billiger und schon profitiert der Kunde von den Werbeeinnahmen.

Oder so ähnlich war das.

Übrigens. Das beliebte Impressum als Bild anstatt normalem Text (gern genommen, um von Suchmaschinen nicht namentlich erfasst zu werden, damit der Chef nicht merkt, dass man eigentlich im Hauptjob Adult-Webmaster oder Kartenleger ist),  ist nicht rechtens, sofern man nicht im alt-Text den vorgeschriebenen kompletten Impressums-Text unterbringt. Immerhin muss ein Impressum auch für Sehbehinderte mit Lesegeräten oder ihren Lynx-Browsern lesbar sein. Und das sind Bilder nun mal nicht.

Ja, liebe abmahnfreudigen Mitbewerber, ich habe es auch als Bild, aber mit alt-Text. Das darf ich genauso haben wie es ist. Ich habe es lediglich als Bild, damit es nicht so einfach zu markieren, kopieren und in Werbebrief-Adressfelder einzufügen ist. Meins müsste man erst abschreiben und das ist vielen bereits zu viel Arbeit. Manchen aber leider doch nicht, wie mein realer alter RL-Briefkasten draußen vor der Tür beweist. Kauf dies, kauf das, schalte bitte Werbung, bitte wirb bei uns und so weiter. Ach! 😐

So, und nun mahnt mal fein wieder alle Mitbewerber ab, die nur ein Bild ohne alt- oder title-Text haben.  Und es gibt auch immer noch die mit dem abgekürzten Vornamen. Pfui. Oder die, die im Postfach wohnen. Junge, Junge, Junge.

Seid weiter so richtig deutsch, Leute. 😐

Irgendwann wird das hier zusammenbrechen wegen all dieser Regelungen, die von ein paar rechtsbeugenden Anwälten gnadenlos zum Abkassieren ausgenutzt werden. Zumal ja mittlerweile der normale Webseitenbetreiber sowieso schon kaum noch weiß, was er darf, was nicht und was wie muss, damit er bloß nicht gegen ein Gesetz in gedehnter Auslegung verstößt.

  • [ UPDATE 20.10. ]
    Mittlerweile: ich hab’s wieder abgeschaltet und es bleibt jetzt auch erstmal abgeschaltet. Dann geht es eben wieder ohne. Ging’s ja früher auch.