Mittwoch, 5.November 2008
Alle Welt guckt heute Nacht nach Amerika. Ich auch.
Und zwar mal auf die neuesten “Trends” dort in Sachen Kartenlegen.
Es tut sich tatsächlich was auf, was sicherlich auch hier bald soweit sein wird:
Es ist dort verpönt, wenn der Kartenleger erst mischt, wenn der Anrufer bereits in der Leitung ist.
Der amerikanische Anrufer erwartet ein vor dem Anruf fertig gemischtes und ausgelegtes Kartenbild, so dass der Kartenleger sofort bei Gesprächsbeginn mit der Deutung einsetzen kann.
Der amerikanische Anrufer erwartet, dass das Gespräch vorübergehend beendet wird, wenn der Kartenleger oder wer auch immer auf die Frage des Anrufers sagt, er müsse für die Antwort nun erst einmal in Trance fallen oder meditieren. Der Anrufer wird dort in so einem Fall gebeten, in 5 oder 10 Minuten oder wann auch immer erneut anzurufen und bekommt dann die Antwort sofort übermittelt.
Es ist dort mittlerweile zur Gewohnheit geworden, dass der Anrufer (oder Chatter) nur für die Zeit bezahlt, in der er eine Beratung bekommt, bzw. in der seine Frage beantwortet wird. Die Zeit, die der Berater benötigt, um auf diese Antwort zu kommen, ist nicht mehr zu bezahlen.
Das heißt also: vor dem Gespräch Karten mischen und auslegen und das Gespräch unterbrechen, während man in Trance fällt oder sonstwas treibt, um Inspiration für die Antwort zu erhalten.
Es gehört dort mittlerweile zum guten Ton, sich nur noch für’s Reden bezahlen zu lassen und nicht mehr für’s Mischen, nicht mehr für’s in Trance fallen, nicht mehr für’s Kontakt mit Gott weiß wem aufnehmen, nicht mehr für’s Empfangen all der automatischen Schreibbotschaften, nicht mehr für’s Runenmischen und -werfen und all das. Alles andere ist verpönt.
Ist ja auch irgendwie richtig.
Es soll ja Leute geben, die haben nach 2 Stunden Telefonberatung einen Tennisarm vom exzessiven hochbezahlten und daher sehr ausdauernden Mischen.
Andererseits haben sie in USA auch vielfach Preise von 20 $ pro Minute. Was zur Zeit 15 Euro entspricht. (Es gibt sogar Peaks mit 49,90 $/min.) Bei den Preisen ist es absolut OK, sich all die Vorbereitungszeit zur Antwortfindung nicht mitbezahlen zu lassen.
Bald kommt “erst mischen, dann anrufen lassen” sicher auch zu uns, wie alles aus der Branche über kurz oder lang hier rüberschwappt.
“Können wir das schaffen?”
Yes, we can, wenn’s denn sein muss.
Oder wie Joe the Plumber Bob der Baumeister sagen würde:
“Jo, wir schaffen das.”













5. November 2008 um 03:46
Nun den, bei Astro TV wird sowas doch schon so ähnlich gemacht. Die gute Frau Kartenlegerin mischt schon mal die Karten und zieht so 2-3 und guckt dann was für ein Problem der nächste Anrufer hat. Nebenbei erzählt sie es dann auch dem interessiertem Publikum das der nächste Anrufer gerade in einer schweren Krise steckt etc. pp. Dann werde ich demnächst nach jedem Beratungs Gespräch schon mal die Karten mischen und auslegen und dem nächsten Anrufer dann dieses Bild deuten. Laut Astro Tv müßte das klappen. So und nun will ich in mein Bett.
Gruß Daniela
5. November 2008 um 13:25
Nächster Schritt-der Anrufer wird schon VOR dem Telefonat informiert: “Äh Erkika, rufste mal schnell an? Weil, ich sehe hier, dass dein Ex im Dezember zurückkomt!” Oder so.
5. November 2008 um 13:27
Sorry für die Scheipfeda!
Heißt natürlich “Erika” und “kommt”.
5. November 2008 um 15:57
Das wäre dann noch die Steigerung.
Unmöglich ist da gar nichts.
Genialer Marketingschachzug.
Anstatt der verbotenen Cold Calls dann öffentliche TV-Aufrufe einmal quer durch die Namen in den Telefonbüchern, sich unbedingt die Karten legen lassen zu müssen, weil was ganz Unglaubliches hier für sie/ihn da liegen würde!
Ruf mich an. Jetzt.