Viele kennen Jürgen Domian wahrscheinlich. Wer ihn nicht kennt, kann sich gern informieren. Bei Wikipedia oder auf der Domian-Webseite von einslive, auf Youtube und natürlich auf nachtlager, wo man unter “Archiv/”Einzelgespräche” so einige Perlen runterladen kann.

Ich gucke es seit 15 Jahren, bzw. höre es im Radio, wenn ich um 1 Uhr noch wach bin. Und das bin ich oft.

In den offenen Sendungen kann man zu allen Themen anrufen, über die man gerne mit ihm sprechen möchte.

Nun ging es auch dort um Heilersucht und Kartenleger.

Letzte Woche rief eine Dame bei ihm an, die seit 2 Jahren verstärkt Kartenlegerportale anruft und in dieser Zeit nun 80.000 € Schulden bei den Anbietern angehäuft hat. Damit nicht genug, sie ist straffällig geworden, weil sie falsche Namen und falsche Bankverbindungen benutzt hat, um sich erneut anzumelden, wenn man sie gesperrt hatte, nachdem ihr Limit voll war. Selbst als sie bereits unter Bewährung stand, hat sie damit nicht aufhören können.

“Ich richte mein Leben danach, wie die Karten sind,” sagt sie und “das Problem ist, dass ich daran glaube.”
Sie hat in den beiden Jahren täglich vormittags 2-3 Stunden und abends 2-3 Stunden mit Kartenlegern telefoniert. Also etwa Ø 5 Stunden jeden Tag wegen Problemen in ihrer Beziehung, in der sie seit 3 Jahren unglücklich lebt.  Die Probleme sind dergestalt, dass sie total verunsichert ist, wenn ihr Freund sich nicht meldet. Auch kümmert er sich ihrer Meinung nach nicht genug um die beiden Kinder (5 und 2 Jahre) und nimmt selbst sie nicht wahr. Sie kann nicht mit ihm reden.

Zwei ihrer Freunde wissen von den Kartenlegeranrufen und den Schulden und sagen, es sei nicht normal, sie solle sich Hilfe holen. Das hat sie nun getan, war bisher drei Mal beim Therapeuten, ist aber unzufrieden, denn der Therapeut ist nur 1 x pro Woche 20 Minuten für sie da.

Die Kartenleger bei (wie sie sagt) Questico und anderswo musste sie 35 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen.
Mehr als 100-fach so lange.
Bei dem Bedarf würde wohl auch jeder Freund abwinken.

Hier das Gespräch:

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Leider hat Domian nicht nachgefragt, was der Therapeut bisher zu ihr gesagt hat. Er fand nur 20 Minuten pro Woche zu wenig.

Die Nacht drauf hat sich dann eine ehemalige Telefon-Kartenlegerin bei Domian gemeldet, die diese Anruferin an der Stimme erkannt hat und erzählte, dass sie fünf Mal mit ihr gesprochen habe. Sie hat 2 1/2 Jahre am Telefon als Kartenlegerin gearbeitet, ist dann jedoch davon krank geworden. “Es ist Humbug, es ist Betrug.”

Auf Domians Frage, ob sie in irgendeiner Form eine Vorbildung hatte oder sich dareingearbeitet habe, sagt sie, nein, es wäre alles Quatsch.

- “Hast du dich denn in Sachen Karten dann wenigstens so’n bisschen eingearbeitet oder gar nicht?”
- “Nee, gar nicht.”
- “Würdest du sagen, dass dieses gesamte Astro TV, […] dass das alles Quatsch ist?”
- “Das ist Quatsch. Ja. ”
- “Du hast ja dann auch Kolleginnen von dir kennengelernt, die das auch machen. Waren das auch Frauen, die im Prinzip gar keine Ahnung von diesen Sachen hatten?”
- “Nein. Alle geblöfft. Alle.”

Bitte?
Das wäre ja so, als würde ich bei einer Kochrezepte-Hotline anfangen!

Hier das Gespräch:

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Bitter. Wo mag sie nur gearbeitet haben?
Jedenfalls irgendwo, wo der selbständig tätige Berater 21 Cent/Minute erhält.
Und unter 4 verschiedenen Namen.

“Vollkommen alles Betrug.”
Andererseits, die Damen bei den Sex-Hotlines bügeln ja auch beim Telefonieren, sagen manche…

Aber dass mancherorts Leute am Telefon arbeiten dürfen, die keine Ahnung vom Kartenlegen haben, hat mich jetzt doch schockiert.

Oder ist das heutzutage bei all den aus den Boden schießenden Lines üblich?

Ach, es ist zum Heulen.