Samstag, 3.April 2010
Heilersüchtige und eine “Kartenlegerin” bei Domian
geschrieben von Lilith in Kategorie Kartenlegen[8] Kommentare
Viele kennen Jürgen Domian wahrscheinlich. Wer ihn nicht kennt, kann sich gern informieren. Bei Wikipedia oder auf der Domian-Webseite von einslive, auf Youtube und natürlich auf nachtlager, wo man unter “Archiv/”Einzelgespräche” so einige Perlen runterladen kann.
Ich gucke es seit 15 Jahren, bzw. höre es im Radio, wenn ich um 1 Uhr noch wach bin. Und das bin ich oft.
In den offenen Sendungen kann man zu allen Themen anrufen, über die man gerne mit ihm sprechen möchte.
Nun ging es auch dort um Heilersucht und Kartenleger.
Letzte Woche rief eine Dame bei ihm an, die seit 2 Jahren verstärkt Kartenlegerportale anruft und in dieser Zeit nun 80.000 € Schulden bei den Anbietern angehäuft hat. Damit nicht genug, sie ist straffällig geworden, weil sie falsche Namen und falsche Bankverbindungen benutzt hat, um sich erneut anzumelden, wenn man sie gesperrt hatte, nachdem ihr Limit voll war. Selbst als sie bereits unter Bewährung stand, hat sie damit nicht aufhören können.
“Ich richte mein Leben danach, wie die Karten sind,” sagt sie und “das Problem ist, dass ich daran glaube.”
Sie hat in den beiden Jahren täglich vormittags 2-3 Stunden und abends 2-3 Stunden mit Kartenlegern telefoniert. Also etwa Ø 5 Stunden jeden Tag wegen Problemen in ihrer Beziehung, in der sie seit 3 Jahren unglücklich lebt. Die Probleme sind dergestalt, dass sie total verunsichert ist, wenn ihr Freund sich nicht meldet. Auch kümmert er sich ihrer Meinung nach nicht genug um die beiden Kinder (5 und 2 Jahre) und nimmt selbst sie nicht wahr. Sie kann nicht mit ihm reden.
Zwei ihrer Freunde wissen von den Kartenlegeranrufen und den Schulden und sagen, es sei nicht normal, sie solle sich Hilfe holen. Das hat sie nun getan, war bisher drei Mal beim Therapeuten, ist aber unzufrieden, denn der Therapeut ist nur 1 x pro Woche 20 Minuten für sie da.
Die Kartenleger bei (wie sie sagt) Questico und anderswo musste sie 35 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen.
Mehr als 100-fach so lange.
Bei dem Bedarf würde wohl auch jeder Freund abwinken.
Hier das Gespräch:
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Leider hat Domian nicht nachgefragt, was der Therapeut bisher zu ihr gesagt hat. Er fand nur 20 Minuten pro Woche zu wenig.
Die Nacht drauf hat sich dann eine ehemalige Telefon-Kartenlegerin bei Domian gemeldet, die diese Anruferin an der Stimme erkannt hat und erzählte, dass sie fünf Mal mit ihr gesprochen habe. Sie hat 2 1/2 Jahre am Telefon als Kartenlegerin gearbeitet, ist dann jedoch davon krank geworden. “Es ist Humbug, es ist Betrug.”
Auf Domians Frage, ob sie in irgendeiner Form eine Vorbildung hatte oder sich dareingearbeitet habe, sagt sie, nein, es wäre alles Quatsch.
- “Hast du dich denn in Sachen Karten dann wenigstens so’n bisschen eingearbeitet oder gar nicht?”
- “Nee, gar nicht.”
- “Würdest du sagen, dass dieses gesamte Astro TV, […] dass das alles Quatsch ist?”
- “Das ist Quatsch. Ja. ”
- “Du hast ja dann auch Kolleginnen von dir kennengelernt, die das auch machen. Waren das auch Frauen, die im Prinzip gar keine Ahnung von diesen Sachen hatten?”
- “Nein. Alle geblöfft. Alle.”
Bitte?
Das wäre ja so, als würde ich bei einer Kochrezepte-Hotline anfangen!
Hier das Gespräch:
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Bitter. Wo mag sie nur gearbeitet haben?
Jedenfalls irgendwo, wo der selbständig tätige Berater 21 Cent/Minute erhält.
Und unter 4 verschiedenen Namen.
“Vollkommen alles Betrug.”
Andererseits, die Damen bei den Sex-Hotlines bügeln ja auch beim Telefonieren, sagen manche…
Aber dass mancherorts Leute am Telefon arbeiten dürfen, die keine Ahnung vom Kartenlegen haben, hat mich jetzt doch schockiert.
Oder ist das heutzutage bei all den aus den Boden schießenden Lines üblich?
Ach, es ist zum Heulen.













5. April 2010 um 20:05
Schließe mich an-ich dachte naiverweise auch, d. die tatsächlich die Karten legen oder was auch immer.
Wundern tuts mich andererseits nicht, denn wie du ja schon ausgeführt hast-um gute Bewertungen zu erhalten, muß man das sagen, was die Leute hören wollen.
Und dazu gehört nur minimales Einfühlungsvermögen und ne dicke Haut.
Karton nicht.
5. April 2010 um 23:56
Wahrscheinlich nicht bei allen, aber bei vielen. Es geht, wie so oft auch in anderen Bereichen des Lebens, ums schnelle Geld. Jedenfalls für die Betreiber der Lines, denke ich.
Und wie Sylke schreibt “…muß man das sagen, was die Leute hören wollen.” Und die Wahrheit wollen sie eben oft nicht hören, wie wir hier ja auch schon an anderer Stelle lesen konnten.
Das wird sich nie ändern.
14. April 2010 um 12:08
Also, ich finde nicht, dass man alle Portale über einen Kamm scheren sollte!! Sicherlich gibt es die ein oder anderen Betrüger. Aber es gibt auch seriöse Lines, die ganz bestimmt nicht immer das sagen, was man hören will!! Und das ist auch gut so, denn mit einer Lüge ist niemandem geholfen – was man dann daraus macht, ist jedem selbst überlassen…
24. April 2010 um 16:19
Hallo,
ich rufe auch immer wieder bei Kartenlegern an, gebe auch zu, dass es manchmal ein bisschen Sucht ist. Aber ich habe meist nur gute Erfahrungen gemacht (auch mit Mailberatung). Einige haben sehr genau die Situation, die Personen, einfach alles sagen können, ohne Hinweis (speziell bei der Mailberatung ist das mit Sicherheit nicht einfach wenn jemand nur nach Allgemeinüberblick fragt. Ich lege auch selbst, habe Kurse gemacht, von meiner Oma einen Teil gelernt, mache Reiki usw. Ich geb aber zu, es kann schnell zur Sucht werden, besonders wenn man Probleme hat. Bin aber trotzdem der Meinung, dass das jeder selbst verantworten muss. Und noch was zur Qualität des Kartenlegers. Manchmal stimmt einfach die Chemie zwischen Berater und Kunden nicht, das sagt nichts über den Berater aus! Ich habe auch schon erlebt, dass eine völlig daneben lag, sie hatte aber megagute Bewertungen, also kann sie ja nicht so schlecht gewesen sein. Ich werte ann lieber gar nicht, schreibe aber dem Berater dann auch warum das so ist. In diesem Sinne, liebe Grüße
Geli
30. April 2010 um 07:51
Das ist schon ein extremes Beispiel. Im Schnitt 5 Stunden am Telefon eine Beratung gesucht, weil sich der Freund zu wenig um die Kinder kümmert. Bei 5 Stunden Telefon habe ich jedoch so meine Zweifel ob Sie sich auch genug kümmert…
Ich glaube es geht in diesem Fall gar nicht so sehr ums Kartenlegen, sondern um einen enormen Gesprächsbedarf bzw. die Hoffnung durch Fremdberatung keine eigenen Entscheidungen treffen zu müssen.
3. Mai 2010 um 13:16
Der war gut!*schmunzel*
Für die Kinder in diesem Arrangement allerdings weniger!
1. Juni 2010 um 15:32
Ja, das Domianvideo habe ich auch auf meinem Blog, das, wo diese Kartenlegerin erzählte krank geworden zu sein, weil sie meinte, dass das gesamte Kartenlegen Humbug ist und die Leute betrogen würden. Also erstens ist es kein Humbug, und selbst wenn es Humbug wäre, hätte die Sache noch einen Nutzen, wenn es den Leuten hilft und die sich nach dem Gespräch besser fühlen. Und Astro TV habe ich auch oft gesehen. Das muss dann aber echt “professioneller Humbug” sein, denn so gekonnt wie diese Kartenleger reden und deuten, können die niemals mal eben vom Sofa weggeholt worden sein, um eine schnelle Mark hinzuzuverdienen.
Die Frauen hatten wohl beide ein Problem. Die eine hatte eine Sucht, sich ständig beraten zu lassen (was ja auch Quatsch ist…die wollte wohl nur hören, was aber leider real nicht da war) und die andere wollte unbedingt mal beim Domian in der Sendung sein, oder was weiss ich.
Schade, dass das Forum bei Lilith weg ist.
1. Juni 2010 um 15:40
Das Forum und die Scripte waren an den alten Server gekoppelt und funktionieren auf dem neuen leider nicht mehr.
Ich kann’s nicht ändern.
Es gibt kein Zurück.
Dafür läuft Website nebst Blog viel schneller.
Und das ist doch wieder gut.