Partnerzusammenführung klappt echt gut  
TOP-THEMA
Partnerrückführung
klappt echt gut…
Top 50 Themen aus Kartenlegen, Internet, Allgemein
TOP 50-THEMEN
Charts
die 50 beliebtesten Artikel "all time"
Kartenlegen - lesen und mitdiskutieren
TOP-RUBRIK
Kartenlegen
Witziges, Interessantes, Katastrophales
Hajo Banzhaf ist tot
SZENE-NEWS
Hajo Banzhaf
ist tot
Kartenlegen mit Lilith - Kartenlegen, Orakelspiele uvm. online und gratis
KARTENLEGEN
Lilith
Kartenlegen, Orakelspiele online und gratis
Ich lege Ihnen die Karten, Telefonberatung und Chat-Beratung
BERATUNG
Lilith
Kartenlegen am Telefon und im Chat per Messenger
 

Im Zusammenhang mit Esoteriksucht, Heilersucht oder wie man „es“ auch immer nennen möchte weise ich hier im Blog in vielen Artikeln auf die Suchtberatung Tal 19 in München hin, die sich dieses Themas besonders annimmt, wie man an diversen Stellen im Internet lesen kann.

Anfang Dezember erhielt ich die Mail einer Dame, die sich aufgrund der Artikel hier im Blog an Tal 19 gewandt hatte, um dort Hilfe zu suchen.
„Fein,“ dachte ich. „Dann hat es ja was genützt.“
Ihr war klar geworden, dass sie sich in einer Abhängigkeit von Zukunftsdeutungen befand, die ihr kurzfristig wieder Aufschwung gaben. Kurzfristig nur, weil viele der positiven Voraussagen bisher noch nicht eingetroffen waren und sich ihre Lebenssituation nach wie vor eher desolat darstellte.
Trennung von einem Mann, den sie sehr liebte, berufliche Unsicherheiten, Krankheit in der Familie, Schuldgefühle, Selbstwertprobleme, Zukunftsangst. Manchmal kommt leider viel auf einmal. Und manchmal dauert es längere Zeit, bevor es wieder bergauf geht.
Aber irgendwann geht es wieder bergauf. Man kann es beschleunigen, aber auch behindern. Alleine ist es oft schwieriger als man glaubt, daher gibt es ja in diesem Land Hilfen.

Ich schrieb ihr irgendwann zurück und neben anderen Vorschlägen, was sie außerdem mal machen könnte, auch, dass es mich freut, dass sich nun jemand kümmert.

Über 2 Wochen später hatte sich allerdings noch keiner gekümmert. Nun schrieb sie mir, dass sich noch immer niemand von Tal 19 bei ihr gemeldet habe und ihre Sucht wohl nicht so einfach wäre wie andere Süchte

man soll in die Mail ja schreiben, wie die Lebensumstände sind, Familie, Job, was das Problem ist etc und da schreib ich das alles und bekomme nichts zurück :O( nun gut, war es wohl die falsche Adresse für mich.

Natürlich weiß ich auch, dass so eine Suchtberatung noch ganz andere Dinge zu tun hat als Mails zu beantworten, aber so ein kleines Lebenszeichen kann man doch mal von sich geben. Und wenn es auch nur das ist, dass man im Moment etwas klamm an Mitarbeitern ist und sich erst Anfang nächsten Jahres darum kümmern kann.
Aber so gar nichts?

Muss man sich da wirklich wundern, warum Leute dazu übergehen, dann doch lieber wieder beim Kartenleger anzurufen?
Der ist wenigstens da, hört zu, spricht mit einem und macht Prognosen, die manche in Krisen einfach brauchen. Keine Wartezeit, sofort erreichbar. Selbst nachts, wenn alles schlimmer wird.
Irgendjemand, der sich kümmert. Wie auch immer.

Die Dame hat sich jetzt an ein Gesundheitszentrum gewandt.
Sie gibt zum Glück nicht auf und hofft weiter, dass ihr jemand hilft, aus dieser schwierigen Lebensphase herauszukommen.

Probleme in unserer Gesellschaft sind Einsamkeit und offenbar lange Wartezeiten bei den Einrichtungen, die in Lebenskrisen für jemanden da sind.  Das ist nicht schön.

 

[UPDATE 11:30 Uhr]
Ich reiche hier etwas zur Telefonseelsorge nach.

Nach all dem gerichtlichen Hin und Her mit „muss man Kartenlegen bezahlen“, „ist es ein nichtiges Geschäft“ etc. und das EU-weit wie alles heutzutage, scheinen sich diverse Richtlinien herauskristallisiert zu haben.

Ja, man muss bezahlen, es ist nicht nichtig.
Und diese Informationen sollten dem Nutzer von Wahrsagerei sinngemäß gegeben werden:

  • Sich die Karten legen zu lassen, ersetzt kein Gespräch mit einem Psychologen und das wiederum keine Psychotherapie.
    Wobei ich noch mal auf geschützte Berufsbezeichnungen in Deutschland eingehen möchte.
    Psychologe ist geschützt. Ein Psychologe hat einen Diplom/Master-Abschluss in Psychologie. Bachelor reicht nicht.
    Psychotherapeut ist ebenfalls geschützt. Psychotherapeuten haben einen Diplom/Master Studienabschluss in Psychologie oder Medizin nebst einer speziellen Zusatzausbildung. Ausnahme ist die geschützte Bezeichnung „Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut“. Diese Berufsbezeichnung dürfen auch Diplom/Master Pädagogen und Diplom/Master Sozialpädagogen führen, nach entsprechender Zusatzausbildung natürlich.
    Die Heilpraktiker für Psychotherapie haben sich „Heilpraktiker (Psychotherapie)“ zu nennen.
    Kartenleger darf sich jeder nennen und er ist nur ein Kartenleger.
  • Kartenlegen ersetzt keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker.
    Nein, natürlich nicht. Wie kann man sowas denken?
    Es ersetzt auch keinen beim Frisör oder Rechtsanwalt oder in der Kfz-Werkstatt.
  • Ein Kartenleger kann keine gesundheitliche Diagnose stellen.
    Zumindest keine, auf die man sich verlassen darf.
    Ein Kartenleger steht hinsichtlich seiner Diagnosefähigkeiten nämlich auf derselben Stufe wie der Nachbar, die Freundin oder die Familie. „Hey, das sieht nach Fußpilz oder Schuppenflechte aus. Mach mal was.“
  • In Experimenten ist es bisher zu keinem Nachweis medialer Fähigkeiten gekommen.
    Für mich zum Beispiel gibt es kein Schicksal oder eine festgelegte Zukunft, also kann sie auch niemand sehen. Es ist eine Glaubenssache – und steht so seit 11 Jahren auf meiner Seite. Und niemand weiß, was nach dem Tod kommt oder vor der Geburt war. Der eine glaubt dies, der andere das. Ich persönlich würde so das „Nichts“ definieren.
  • Ein Kartenleger kann keine Garantien auf das geben, was er in den Karten sieht.
    Nein. Wie auch? Etwas kann so kommen, aber muss nicht. Es gibt da kein „mit 100%iger Sicherheit“.
  • Kartenlegen dient nur Unterhaltungszwecken.
    Ja, man darf es nicht zu ernst nehmen, dennoch kann man etwas daraus mitnehmen. Es ist wie auf der Kirmes in ein Wahrsagerbüdchen steigen. Spannend, kurzweilig, interessant, erhellend, manchmal auch enttäuschend, desillusionierend, langweilig. Wie „Wetten dass“ oder andere Fernsehsendungen. Wie Zirkus, wie Kino, wie Solitär und Minesweeper.
  • Der Ratsuchende ist für sein Handeln selbst verantwortlich.
    Natürlich. Niemand nimmt einem die Verantwortung für das eigene Leben und was man daraus macht ab, und man kann sie auch keinem in die Hände legen, so gerne manche das auch ab und an täten. Letztendlich muss man alle Entscheidungen selbst treffen, dazu stehen und dafür gradestehen.
  • Der Kartenleger darf die Sitzung jederzeit abbrechen und muss nicht auf alle Fragen antworten, wenn er nicht möchte.
    (Und ich muss nicht jeden Punkt kommentieren.)
  • Kartenlegen kann süchtig machen (Heilersucht).
    Finde ich ganz schlimm, war mir vor dem Internet nicht bekannt, ist aber offensichtlich so, wenn man die Berichte der Betroffenen liest. Wurde hier im Blog und auch auf Lilith-Kartenlegen.de sehr häufig thematisiert (siehe bloginterne Suche oder Google).

Ich kann mir nicht helfen, aber das meiste davon mutet an wie der in den USA benutzte Hinweis auf Kaffee-to-go-Bechern: „Vorsicht, könnte heiß sein.“ Ist das obige nicht die ganze Zeit über selbstverständlich gewesen?
Von mir aus bis auf den Hinweis mit der Sucht. Das hat sich ja erst in Zeiten des Internets offenbart, weil man sich besser austauschen kann.

Vielleicht wurde die ganze Tätigkeit aber auch erst in Zeiten des Internets zu etwas hochstilisiert, was sie sowieso nie war.

Ich habe nach vielen vielen Wochen mal wieder eine Runde durch die einschlägigen Esoterik- und Kartenlegeforen gemacht mit der Feststellung, dass es nicht nur ruhiger geworden ist (das war es bei der letzten Runde bereits), es ist regelrecht still verglichen mit dem, was noch vor 1 oder zumindest vor 2 Jahren los war. Das Forum von Wasserfrau trägt sich sogar mit dem Gedanken, komplett zu schließen.

Wie kommt’s?

Für mich war die schönste Forenzeit – sowohl als Betreiber als auch als Nutzer anderer Foren – von 2000 bis etwa 2005. Im April 2006 habe ich mein Forum verschenkt und mich seitdem immer mehr von der aktiven Forennutzung zurückgezogen und war nur noch manchmal stiller Mitleser. 3 Monate später, im Juli 2006, ging es anders weiter. Mit diesem Blog, der aber seit 2 Jahren auch kaum mehr über Ø 1 oder 2 Artikel pro Monat hinauskommt. Wenn es die mal überhaupt sind.

Das Internet ist nicht statisch.
Das Leben auch nicht.
Die Interessen verändern sich mit dem Alter, und irgendwann wird alles langweilig.

Nehmen wir noch mal die Foren. Da gab es eins, da konnte man die Antworten schon mitsprechen, bevor sie überhaupt geschrieben wurden. Und spätestens als 10. Antwort kam der Bäcker und Brötchen-Vergleich. „Du gehst ja auch nicht zum Bäcker und willst die Brötchen geschenkt.“ Oder so.
Darauf folgte die übliche Diskussion, dass man bei Brötchen weiß, was man hat, beim Kartenlegen muss es erstmal eintreffen. Und so weiter.

Godwin’s Law, nur mit Brötchen.

Darüber hinaus wurden echte Diskussionen immer seltener. Meist beschränkte sich die Mehrzahl der Beiträge auf: „Ich hab mir die Karten gelegt und weiß nicht weiter. Wäre mal eben jemand so lieb und deutet?“ Sowas wird für den gemeinen Leser schnell langweilig und interessiert außer den Fragesteller auch so recht niemanden mehr.

Ein weiterer Grund für das Sterben ohne Neugeburten: die lange Zeit unklare Rechtslage. Stichwort Störerhaftung. Eigentlich steht man als Betreiber von was auch immer ständig mit einem Bein im Knast, wenn man Menschen die Möglichkeit gibt, sich auf den eigenen Seiten öffentlich zu äußern. Das und das „faule“ Beschränken auf Gefällt-mir-Buttons-Klickerei dürften auch der Grund sein, warum kaum noch jemand nachrückt mit irgendwelchen noch nicht dagewesenen Ideen im Kartenlegebereich.

Interessant sowohl in Foren als auch in Blogs wäre zum Beispiel das Vorstellen und Besprechen von Kartendecks gewesen und die Möglichkeit, Zufallslegungen mit neuen Decks gestalten zu dürfen.
Aber da sind die Verlage eher pingelig geworden und möchten ihre Produkte lieber nicht abgebildet haben.
Höchstens bis zu 4 Karten.
Ja dann eben nicht.
Was soll man denn mit 4 Karten groß legen, vorstellen, besprechen oder diskutieren?

Der wichtigste Grund jedoch ist meiner Meinung nach, dass viele Leute nach Facebook abgewandert sind und ihre Onlinezeit dort verbringen. (Ich persönlich mag Facebook nicht und hab mich bereits 2009 schon wieder abgemeldet, nachdem ich 4 Wochen lang ein paar mal „gefällt mir“ geklickt hatte. „Gefällt mir nicht“ hätte mir in den meisten Fällen besser gefallen.)

Das nächste große Ding, Google+, ist bereits am Anrollen.
Vielleicht wird es irgendwann bei Facebook stiller und alle sind bei Google+?
Vielleicht auch nicht. Wer weiß.
Zumindest wurden bereits Spiele angekündigt.
Vermutlich in der Art von Farmville, nur halt woanders.

Ach jau.
Der Esoterikhype hat sich jedenfalls wieder auf ein normales Niveau runtergelevelt, finde ich.
Und das ist auch gut so.

Die Zeiten, in denen Monat für Monat fünf neue Lenormandbücher und drei neue Kartendecks in Amazons Neuerscheinungen auftauchten, sind jedenfalls längst vorüber. Längst. Vorüber ist auch weitestgehend das Gehetze gegen Kartenleger in den Zeitungen. Und es gibt auch kaum noch erwähnenswerte Gerichtsurteile wegen Partnerzusammenführung und all diesem Kram. Man ist vermutlich wieder auf den sichereren Enkeltrick oder Hütchenspiele umgestiegen. Oder im Knast.

Was sich im Fernsehen tut, wie dort die Berichterstattung oder überhaupt die Nachrichtenlage ist, weiß ich nicht. Ich gucke seit 2 Jahren kein Fernsehen mehr. Das letzte, was ich gesehen habe, war die Beisetzung von Michael Jackson. Danach war Schluß. Mir fehlt es auch nicht.

Mal schauen, wie es weitergeht.
Bin gespannt auf den nächsten Trend nach den sozialen Netzwerken.
Denn irgendwann wird alles langweilig…

Jemand stellt mir die Frage, was die Abkürzungen, die er mir aufgelistet hatte, in Kartenlegeforen (im Speziellen im gofeminin-Forum) bedeuten. Kann vielleicht nicht schaden, wenn ich das hier veröffentliche, weil es außer ihm noch mehr Leute  interessieren könnte:

HM  = Herzmann oder Herzensmann (der Mann, in den eine Fragestellerin verliebt ist, den sie liebt)

HD  = Herzdame oder Herzensdame (die Frau, in den ein Fragesteller verliebt ist, die er liebt)

HS  = Hellseher

KL  = Kartenleger

GG  = Gratisgespräch = auf vielen Poratalen das Erstgespräch für den Kunden, das er nicht bezahlen muss. Es ist von Portal zu Portal technisch unterschiedlich geregelt, wie lange das GG dauern kann. Manchmal ist es beschränkt auf 5, 10 oder 15 Minuten, manchmal Ende offen.

GM  = Gratisminuten = auf vielen Portalen gibt es für Kunden Gesprächsminuten, die man als Anrufer nicht bezahlen muss, die der Berater aber auch mit weniger bis hin zu gar nicht vergütet bekommt – wie das GG ebenfalls. Gibt es für Neukunden oder Stammkunden. Auch kann ein Berater GM später in beschränktem aber auch unbeschränktem Rahmen an seine Anrufer vergeben.

QE  = Quintessenz = eine Herangehensweise beim Kartenlegen, durch Addition und Quersummenbildung weitere Deutungsgrundlagen aus einem Kartenbild ziehen zu können.

KK  = Korrespondenzkarten = die Karte, die mit einer einer anderen in Zusammenhang gebracht wird und das nicht an einer imaginären Achse im Bild gespiegelt, sondern an zweien, bzw. an der Diagonalen durchs Blatt.  Die 1. Karte korrespondiert mit der letzten Karte, die 2. Karte mit der vorletzten usw.

FA  = meist Familienaufstellung = Psychodrama nach Hellinger 😉 Viel seltener Finanzamt und noch seltener Frauenarzt

PRF = Partnerrückführung = auf magischem Wege einen Expartner zu einem zurückführen.

PZF = Partnerzusammenführung = auf magischem Wege zwei Personen zusammenführen, wobei es sich aber durchaus auch um einen Ex handeln kann. So genau wird das nicht unterschieden.

. . . = nativer Ersatz eines gesperrten Wortes im gofeminin-Forum. Dies umfasst nicht nur Vulgärausdrücke, sondern es gibt auch Firmen, die eine Verwendung ihres Firmennamens dort haben sperren lassen, damit beim Googeln nicht zu viel Müll, Verleumdungen und Hasspredigten zum Vorschein kommen.

—  updated 17.3.2011 —

Der TV-Beitrag über Kartenlegesucht, für den im September auch hier bei mir Teilnehmerinnen gesucht wurden, ist fertig und wurde gestern Mittag bei RTL-Punkt 12 gesendet. Es wurden zwei Damen mit unterschiedlichen Herangehensweisen an die Thematik vorgestellt.

Dame 1, Claudia, ließ sich zum ersten Mal die Karten legen, weil ihre Ehe in einer Krise war. Daraus wurde eine völlige Abhängigkeit von den Aussagen der Kartenleger. Täglich konsultierte sie jemanden und konnte ohne einen Anruf „keinen Tag überstehen“. All ihre Entscheidungen ließ sie von einer Wahrsagerin treffen und hoffte auf das „alles wird wieder gut“ einer Kartenlegerin.

Konnte sie nicht anrufen, weil z.B. ihr Mann noch zu Hause war, wurde sie kribbelig und es ging ihr schlecht.

Sie machte es heimlich, schämte sich dafür und verschuldete sich.
Sucht.

Ihre Situation änderte sich, als sie von ihrem Chef dabei erwischt wurde, dass sie sich während der Arbeitszeit online (auf meiner Webseite…) die Karten legen ließ. Er redete ihr ins Gewissen, sie stellte sich ihrer Sucht und begab sich in Behandlung. Diagnose: manische Depression. Während der Therapie wurden auch die Ursachen für die Kartenlegesucht aufgearbeitet.
Mittlerweile ist sie geheilt, lebt ohne Karten, jedoch mit Schulden und der Angst vor einem Rückfall.

Bei Dame 2, Petra, kam das Interesse, weil sie bei einer Wahrsagerin war, die ihr schlimme Voraussagen machte: ein paar Todesfälle und eine gescheiterte Beziehung. Genau dies trat dann sogar ein, und sie glaubte deswegen an die Karten. Mittlerweile legt sie sich auch selbst Karten, schöpft daraus Hoffnung, wenn sie traurig ist, geht aber auch weiterhin zu Kartenlegern und orientiert sich an dem Positiven, das sie sagen und das offenbar auch ohne Schulden, schlechtem Gefühl und Heimlichkeiten.
Eine Sucht gesteht sie sich nicht ein.

Hier der TV-Beitrag:

[UPDATE 17.3.2011]

Hier kein TV-Beitrag.

Nachdem ich diesen Artikel zunächst wieder „unsichtbar“ geschaltet hatte, verzichte ich einfach auf das Video und mache ihn wieder offen. Ich bekam den Hinweis, dass eine im TV-Beitrag am Rande gezeigte Dame mit der Ausstrahlung und Darstellung ihrer Person unzufrieden war und … ach, ich weiß es heute gar nicht mehr genau.

Ist doch sowieso immer dasselbe.

Meine Meinung zu der ganzen Thematik dürfte den regelmäßigen Besuchern hier bekannt sein.

Von den Leuten, die ich persönlich „kenne“, bzw. die zu mir zum Kartenlegen kommen, ist niemand süchtig. Ich frage ja schon immer nach. Für das Thema sensibilisiert, wie man mittlerweile geworden ist.

Ich frage sogar, warum sie herkommen.
Weil sie sonst keinen zum Reden haben, weil sie so etwas Privates keinem aus ihrem Umfeld anvertrauen wollen, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen, weil sie sich sowieso alle 6 Monate die Karten legen lassen, weil sie es spannend finden, weil sie wissen wollen, ob ihre Situation tatsächlich so übel ist, wie sie sich für sie darstellt usw.

Was ich allerdings nicht mehr mache ist, dass sie anrufen und können noch am selben Tag kommen. Ich lasse immer mindestens 2 Tage vergehen. Zum einen, weil ich so die zum Ärgernis gewordenen Spätabendsbesuche auf Null reduzieren konnte. Zum anderen, damit ich nicht die geballte emotionale Ladung einer bei ihnen grad stattfindenden akuten Krise abbekomme.
Und für den, der „nur so“ mal kommt, spielt es sowieso keine Rolle.

Ich kann das ganze Geschimpfe über Kartenleger nicht mehr nachvollziehen und es ist mir auch egal.

Manche werden „süchtig“ danach, ständig und sofort Bestätigung und Hoffnung von außen zu bekommen. Das hat aber nichts mit Kartenlegern zu tun. Hätten sie jemand anderen, würden sie eben dort dauernd nachfragen und sich absichern.
Die meisten nehmen es weit nüchterner, nämlich als das, was es ist. Eine Geschichte, die sie von jemandem erzählt bekommen, dem diese einfällt, wenn er ein Kartenbild sieht. Ohne Gewähr, ohne Garantie, manchmal sehr passend, manchmal nicht.

So wie es schon immer war.

Aus welchen Gründen auch immer haben sich die Medien die Kartenleger aufs Korn genommen und übersehen dabei, dass nicht die das Problem sind, sondern die schlechte Stimmung in der Bevölkerung, die Ängste vor sozialem Abstieg unter anderem bei Trennungen, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Angst, alleine nicht zurechtzukommen und die soziale Isolation, die immer mehr um sich greift.
Weil man mit seinen Problemen sein Umfeld nicht belasten möchte, weil eben dieses Umfeld meist selbst bereits eigene Sorgen hat oder keine Zeit oder Lust zum Zuhören, weil man froh ist, dass man seine Ruhe hat nach einem stressigen Tag mit Job und Familie.
Manche können ihre Freunde und Bekannten nicht mehr so häufig besuchen wie sie gern würden, weil der Sprit so teuer ist.
All sowas.

Und zur Telefonberatung:

Außer den kirchlichen Telefonseelsorgen, die nicht jedermanns Sache sind, bleiben nur Kartenleger, die man rund um die Uhr schnell anrufen kann. Beides niederschwellig, anonym und rund um die Uhr. Oder hab ich wen vergessen?

Liebe Frauen, liebe Tarot-Fans,

seit über einem Jahr recherchieren wir schon zum Thema Tarotsucht und suchen nach Frauen, die ohne das Kartenlegen nicht mehr können, vielleicht auch schon hoch verschuldet sind und aus dieser Abhängigkeit nicht mehr raus kommen. Auch suchen wir Frauen, die ihre Sucht mittlerweile im Griff haben und aufzeigen können wie sie es geschafft haben.

Warum greift man zu den Karten? Wie beeinflussen sie das Leben? Wie wird man abhängig? Wie kommt man da wieder raus? Dies und vieles mehr wollen wir im Rahmen einer TV-Reportage aufklären. Bitte unterstützt uns dabei.

Habt Mut und meldet euch. Ihr könnt vielen Betroffen helfen den richtigen Weg zu finden.

Kontakt:

CNC Cologne News Corporation GmbH
Ansprechpartner: Inga
Telefon: 0201-74 75 342
redaktion@cnc-nrw.de

Internet: www.cnc-nrw.de


Kontaktaufnahme oder Rückfragen bitte unter der Durchwahl direkt an Inga.

Aufgrund meines Serverumzugs war mein Blog am 12. und 13.5.10 nicht zu erreichen. Alle Kommentare, die am 12. Mai zwischen 0 und 13 Uhr geschrieben worden sind, wurden in meinem Backup nicht mehr erfasst.

Ich möchte euch bitten, sie gegebenenfalls „nachzureichen“.

Nach einem längeren Telefonat mit Monika heute Nachmittag möchte ich diesen Aufruf hier veröffentlichen:

  • Für einen TV-Beitrag suchen wir nach einer Frau, die von Astro-Hotlines süchtig ist oder war und uns (unkenntlich) vor der Kamera von ihrer Sucht erzählt (sprich wie lange dauert das schon? Wie hat’s angefangen? Wie äußert sich das? Wie viel Geld hat sie schon dafür ausgegeben? Etc.)
    Wir versprechen, dass das Gesicht, die Stimme und der Name unkenntlich gemacht werden können.
    Für das Interview gibt es eine Aufwandsentschädigung.
    Bei Interesse bitte melden:
    FILMREIF TV
    Ansprechpartner: Monika
    Sorthmannweg 11-13
    22529 Hamburg
    Tel.: 040 – 30 68 63 – 17
    Fax: 040 – 30 68 63 – 34
    www.filmreif-tv.de

Kontaktaufnahme oder Rückfragen bitte unter der Durchwahl direkt an Monika.

Viele kennen Jürgen Domian wahrscheinlich. Wer ihn nicht kennt, kann sich gern informieren. Bei Wikipedia oder auf der Domian-Webseite von einslive, auf Youtube und natürlich auf nachtlager, wo man unter „Archiv/“Einzelgespräche“ so einige Perlen runterladen kann.

Ich gucke es seit 15 Jahren, bzw. höre es im Radio, wenn ich um 1 Uhr noch wach bin. Und das bin ich oft.

In den offenen Sendungen kann man zu allen Themen anrufen, über die man gerne mit ihm sprechen möchte.

Nun ging es auch dort um Heilersucht und Kartenleger.

Letzte Woche rief eine Dame bei ihm an, die seit 2 Jahren verstärkt Kartenlegerportale anruft und in dieser Zeit nun 80.000 € Schulden bei den Anbietern angehäuft hat. Damit nicht genug, sie ist straffällig geworden, weil sie falsche Namen und falsche Bankverbindungen benutzt hat, um sich erneut anzumelden, wenn man sie gesperrt hatte, nachdem ihr Limit voll war. Selbst als sie bereits unter Bewährung stand, hat sie damit nicht aufhören können.

„Ich richte mein Leben danach, wie die Karten sind,“ sagt sie und „das Problem ist, dass ich daran glaube.“
Sie hat in den beiden Jahren täglich vormittags 2-3 Stunden und abends 2-3 Stunden mit Kartenlegern telefoniert. Also etwa Ø 5 Stunden jeden Tag wegen Problemen in ihrer Beziehung, in der sie seit 3 Jahren unglücklich lebt.  Die Probleme sind dergestalt, dass sie total verunsichert ist, wenn ihr Freund sich nicht meldet. Auch kümmert er sich ihrer Meinung nach nicht genug um die beiden Kinder (5 und 2 Jahre) und nimmt selbst sie nicht wahr. Sie kann nicht mit ihm reden.

Zwei ihrer Freunde wissen von den Kartenlegeranrufen und den Schulden und sagen, es sei nicht normal, sie solle sich Hilfe holen. Das hat sie nun getan, war bisher drei Mal beim Therapeuten, ist aber unzufrieden, denn der Therapeut ist nur 1 x pro Woche 20 Minuten für sie da.

Die Kartenleger bei (wie sie sagt) Questico und anderswo musste sie 35 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen.
Mehr als 100-fach so lange.
Bei dem Bedarf würde wohl auch jeder Freund abwinken.

Hier das Gespräch:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Leider hat Domian nicht nachgefragt, was der Therapeut bisher zu ihr gesagt hat. Er fand nur 20 Minuten pro Woche zu wenig.

Die Nacht drauf hat sich dann eine ehemalige Telefon-Kartenlegerin bei Domian gemeldet, die diese Anruferin an der Stimme erkannt hat und erzählte, dass sie fünf Mal mit ihr gesprochen habe. Sie hat 2 1/2 Jahre am Telefon als Kartenlegerin gearbeitet, ist dann jedoch davon krank geworden. „Es ist Humbug, es ist Betrug.“

Auf Domians Frage, ob sie in irgendeiner Form eine Vorbildung hatte oder sich dareingearbeitet habe, sagt sie, nein, es wäre alles Quatsch.

– „Hast du dich denn in Sachen Karten dann wenigstens so’n bisschen eingearbeitet oder gar nicht?“
– „Nee, gar nicht.“
– „Würdest du sagen, dass dieses gesamte Astro TV, […] dass das alles Quatsch ist?“
– „Das ist Quatsch. Ja. “
– „Du hast ja dann auch Kolleginnen von dir kennengelernt, die das auch machen. Waren das auch Frauen, die im Prinzip gar keine Ahnung von diesen Sachen hatten?“
– „Nein. Alle geblöfft. Alle.“

Bitte?
Das wäre ja so, als würde ich bei einer Kochrezepte-Hotline anfangen!

Hier das Gespräch:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Bitter. Wo mag sie nur gearbeitet haben?
Jedenfalls irgendwo, wo der selbständig tätige Berater 21 Cent/Minute erhält.
Und unter 4 verschiedenen Namen.

„Vollkommen alles Betrug.“
Andererseits, die Damen bei den Sex-Hotlines bügeln ja auch beim Telefonieren, sagen manche…

Aber dass mancherorts Leute am Telefon arbeiten dürfen, die keine Ahnung vom Kartenlegen haben, hat mich jetzt doch schockiert.

Oder ist das heutzutage bei all den aus den Boden schießenden Lines üblich?

Ach, es ist zum Heulen.

Donnerstag Abend bei Escher im MDR:

http://www.mdr.de/mediathek/7218457.html

Es geht um die ersten 20 Minuten, einschl. Gespräch mit Matthias Pöhlmann.

Die Dame im Film sagt in etwa das gleiche wie Sarah Lassez in „Psychic Junkie“. Meine Übersetzung des Vorworts und weitere Beiträge zur Heilersucht, Wahrsagersucht, Kartenlegersucht, Astrosucht (oder wie auch immer der offizielle Name ist) findet man hier im Blog bei einer Suche nach Heilersucht:

http://www.lilith-blog.de/index.php?s=heilersucht

Gut fand ich, dass Herr Escher das Fehlen von Freunden und Familie in kritischen Situationen ansprach. Genau das habe ich ja auch schon mehrfach hier erwähnt.  Es geht nicht nur um das Hören hoffnungsvoller „Zukunftsprognosen“, die einen das augenblickliche Elend fast vergessen lassen, sondern auch darum, dass vom sozialen „Gratisumfeld“ einfach niemand da ist, dem man sich in seiner Not anvertrauen möchte.

Auch erstaunt mich mittlerweile die Zeit nicht mehr, die manche pro Tag für Ansprechpartner benötigen,  wenn sie in Krisen sind.

Tatsache ist aber auch, wenn ich hier im privaten Umfeld jemanden als Privatperson tröste mit „Es geht vorüber, du lernst bestimmt bald jemanden kennen, mit dem du ne Zeitlang glücklich bist, dann ist dies Schnee von gestern“ geht das „hier rein, da raus“. Sage ich ihr denselben Satz mit Karten auf dem Tisch und lasse das „bestimmt“ weg, erziele ich erfreulichere Effekte…

Es ist nunmal so.
Und daran wird niemand etwas ändern können.

Auch kein Hinweis auf ein Suchtrisiko in Kartenleger-Angeboten.

Es sind keine „psychologischen Tricks“ oder was immer einem auch von allen Seiten an „die sind extra dafür geschult“ unterstellt wird. Es ist menschlich, an Orakel zu glauben. In guten Zeiten ist es Unterhaltung, in schlechten etwas, aus dem man Hoffnung schöpft.

Pages: < zurück 1 2 3 4 5 ... 32 33 weiter >